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Das orientalische Pferd und das Privat-Gestüte ... des Königs von Württemberg : eine hippologische Monographie für Züchter, Freunde und Kenner von edlen Pferden / von ... A. Jäger
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nicht im Leibstalle, sondern in einem Flügel des Marstalles, wovonspäter die Rede sein wird.)

Dass diejenigen Pferde, welche der König aus seinem Privat-gestüte für seinen eigenen Dienst wählt, vortrefflich sind, undgewiss allen Anforderungen, die man gerechter Weise an siestellen kann, entsprechen, bedarf keiner weiteren Versicherung.Das Aeussere dieser ausgesuchten Thiere lässt nichts zu wünschenübrig und eben so wenig ihre Leistungen. Letzteres beweisensie auf den gewöhnlichen Ausritten, indem der König, ein grosser,stattlicher Herr, schnell zu reiten pflegt sie beweisen es bei denWettrennen, die im Herbst gehalten werden und bei denen könig-liche Pferde der arabischen Race concurriren, und haben es beivielen Gelegenheiten anderen Pferden edler Abkunft gegenüberglänzend bewiesen, wie z. B. bei vielen Manoeuvres, auf denen,namentlich auf einem bei Gerlin abgehaltenen, der König vonWürttemberg sein arabisches Pferd mittlerer Grösse noch immerritt, als die meisten anderen hohen Herren die ihrigen bereitseinmal, Manche sogar mehrere Male schon gewechselt hatten.Ausdauer und Schnelligkeit, letztere vielleicht nicht in dem Grade,wie sie ein trainirtes englisches Vollblutpferd auf ebenem Terrainund auf kurzer Distanz besitzt; angenehmer Gang und Reweglich-keit, die dem englischen Pferde in der Regel abgehen, Feuer undLeben, verbunden mit Gutartigkeit und Treue, zeichnen das ara-bische Pferd vor allen anderen Racen so vortheilhaft aus, dass esin der That kaum begreiflich ist, wie grosse Herren, welche dieMittel dazu haben, zu ihren Reitpferden nicht edle, schöne und be-cjueme arabische Thiere wählen und jeden anderen vorziehen. Wiegraziös und herrlich das edle arabische Pferd unter dem Reitersich ausnimmt und in dieser Hinsicht von keinem anderen Pferde-schlage übertroffen wird, wenn wir nicht bloss auf Grösse blicken