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Im königlichen Marstall werden wir nachmals noch mehr für denHofdienst u. s. w. verwendete Pferde sehen. Unter den Wagen-pferden im Leibstalle zeichnen sich mehrere Züge selbstgezüch-teler Thiere vortheilhaft aus, ebensowohl durch ihre colossaleGrösse, 17 bis 18 Faust, wie durch ihren ebenmässigen Bau unddurch ihre Leistungen. Unter anderen Zügen, die nicht so grosssind, stehen englische Pferde unter selbstgezüchteten; selbst derKenner möchte in Verlegenheit gerathen, wenn er diese von jenenunterscheiden sollte; und in ihren Leistungen über treffen die Eng-länder die Nachzucht, von grossen, starken Stuten, und arabischenoder mit arabischem Blut gekreuzten Beschälern gezogen, eben-falls nicht, da dieselbe bei ihrer Grösse leicht und dauerhaft ist,und einen sehr guten Athem besitzt. Die Wagenpferde sind mitAusnahme eines sechsspännigen Zuges von braunen Emirhengsten,die gerade jetzt (Monat März) zum Beschälen verwendet werden,und einigen Droschkenpferden für den speciellen Dienst Sr. Ma-jestät, durchgängig Schimmel und Rappen, und sollen in Zukunftauch nur solche eingereiht werden, wonach die Zucht in Weilsich richtet. Die Schimmel stammen tlieils von englischem Halb-blut , theils von grossen Stuten, die aus ungarischen Gestütenangekauft wurden, die Rappen, theils aus denselben Quellen oderaus dem Trakehner Gestüte. Letztere Race wird vermittelstzweier Trakehner Rapphengste rein fortgezüchtet; der ältereStamm der Rappen datirt von dem schwarzen arabischen HengstMameluck , der, obwohl von geringer Grösse, aber voll Kraft undLeben, eine grosse, kräftige und gut fundamenlirte Nachkommen-schaft hinterlassen hat. Einige Züge schwarzer Mameluckhengstewerden neben den braunen Emirhengsten zum Beschälen vonLandstuten verwendet. Diese von vielen Pferdezüchtern nichtgutgeheissene Verwendung soll den Hengsten keinen Nachlheil