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Westphalen angekauft, mit seinem späteren Namen Sanspareil be-legt und diente von nun an bis 1816 als Leib-, Jagd- und Kriegs-pferd des Königs, wobei er viele Proben seiner Tüchtigkeit, Dauerund Schnelligkeit, abgesehen von seinem brillanten Aeusseren,ablegte. Im Jahre 1816 wurde er vom vorigen König von Würt-temberg für 1000 Louisd’or angekauft, im Jahre darauf bei derTrennung des Hof- und LandgestiUes letzterem überlassen. Vondieser Zeit an deckte er in Marbach die edleren Stuten vom Reit-schlage bis 1829; und zwei Jahre später wurde er seines hohenAlters wegen getödtet. Es fielen von ihm 105 Fohlen, meisten-theils Füchse, und als er 1831 abging, besass das Gestüt 99lebende Nachkommen von ihm. Die besten Landbeschäler stamm-ten von ihm ab und seine Farbe und seine Vorzüge haben sichauf einen grossen Theil der württembergischen Landpferde ver-erbt. Da er jedoch nur ein Pferd von mittlerer Grösse war, soentsprachen seine Nachkommen nicht ganz der Grösse und Kno-chenstärke, die man bald allgemein verlangte. Desshalb wurdenspäter viele seiner Nachkommen aus dem Gestüte ausgestossenund durch schwerere und grössere Beschäler ersetzt. Nichtsdesto weniger findet man noch viel Sanspareilblut unter den Land-beschälern wie unter den edleren Landespferden. — Bis zumJahre 1840 wurde von dem vorhandenen Stamme im Landgestütefortgezüchtet. Dass der König aus seinem Privatgestüte nebenden Landbeschälern alljährlich eine Anzahl edler Beschäler stellt,ist schon erwähnt worden; aber nur in diesen letzteren befandsich mit Ausnahme des Sanspareil arabisches Blut. Die Landbe-schäler , so tüchtige Thiere unter ihnen sein mochten, bestandenindessen aus sehr verschiedenen Racen und wurden ohne festesSystem fortgezüchtet und ersetzt. Seit 1840 trat ein festeresSystem, sowohl bei der Züchtung auf dem Landgestüte, als bei