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Aphroditographische Fragmente zur genauern Kenntniss des Planeten Venus / Johann Hieronymus Schröter
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60
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I. Abtiieil. III. Abschn.

Um 10U. 25 bis 35' hingegen fielen mir zwar bey einem deutlichern Bilde, un-ter eben denselben Vergrößerungen und unter allen Stellungen im Felde gleichförmig,beyde Hörnerspitzen von c bis d und von e bis f, Fig. 51. ohne merklichen Unterschiedgleich breit ins Gesicht, allein mit der grössten Geivissheit trat wieder die Lkhtgränze am süd-lichen Home bey a weiter als bey b am nördlichen herein, wodurch das südliche Horn im Gan-zen schmäler und länger erschien. Ich prüfte diese nur i| Stunden später erfolgte ver-änderte Phase nach allen Umständen sorgfältigst, sahe sie aber immerfort so. Das 13 füss.Telescop konnte, ohne dass die Sonne ins Rohr schien und einen Schimmer verursachte,bey den meisten dieser Beobachtungen nicht mit angewandt werden.

Um 11U. 55' erkannte ich unter eben denselben Vergrößerungen diese Ungleich-heit der Erleuchtungsgränze noch ohngefähr und grösstenteils eben so; jedoch bebtejetzt das Bild, und die Beobachtung war nicht völlig gewiss. Um 12U. 5' aber war beyeinem deutlichern Bilde derUnterschied nicht mehr auffallend; jedoch erschien noch dassüdliche Horn bey reinen Blicken etwas schmäler als das nördliche, und so sah ich esnoch um 12 U. 20 und 30 '.

Nachmittags, da ich wieder von 2U. o' bis 20' die Beobachtung fortsetzte, wardie Hitze, der weit niedrigere Stand des zu beobachtenden Gegenstandes, und das öftereBeben des Bildes so nachteilig, dass ich nichts ausrichten konnte, dessenungeachtetverdienet es aber zur genauern Prüfung eine Anzeige, dass bey zwischendurch deutli-chem Bilde das nördliche Horn gegen das südliche wieder eher noch breiter, als vormit-tags um 10U. 25' ins Gesicht fiel.

§- 70 .

Wie mannigfach sich dergleichen Phasen nach verschiedener Stundenzeit und derverschiedenen Lage dieses Planeten gegen die Sonne und unser Auge ändern, erhelletauch aus folgender Beobachtung vorn izten ffitl. ijpy.

Morgens 6U. 35' fand ich bey einem reinen Bilde, unter 160mal. Vergr. mit al-ler Gewißheit keinen Unterschied der Hörnerspitzen. Schien gleich die südliche Spitze et-was seiner bey a, b, Fig. 52. als die nördliche bey c, d abzulaufen; so war doch der Bo-gen der Erleuchtungsgränze völlig regulär.

Zwey Stunden später , gU. 25' hingegen, da ich nach den Umständen der TagesVorher geschehenen Beobachtung keine merkliche Veränderung erwarten konnte, er-schien unter 160 - und 288 mal. Vergr. und bey einem eben so äusserst scharfen deutlichen Bilde,der Bogen der Erleuchtungsgränze sehr ungleich. Er griff nämlich südlich nach Fig. 53.

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