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Medicinisches Gelehrten-Lexicon : darinnen die Leben der berühmtesten Aerzte, samt deren wichtigsten Schrifften, sonderbaresten Entdeckungen und merckwürdigsten Streitigkeiten aus den besten Scribenten in möglichster Kürze nach alphabetischer Ordnung / beschrieben worden von ... Christian Wilhelm Kestner. Nebst einer Vorrede Herrn Gottlieb Stolles
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8 AEGIMIVS. AEGINETA.

citet worden , haben ehemals in seht grosser Hochachtung c) gestanden ;das Buch dc antidotis d) aber soll noch &u dato in MSCt verborgenliegen, hingegen sind die Eib. IV. de laudibus & virtutibus medi-camentorum compositorum tion dem Herrn Polyc. L/yscro in sei-ner Historia Poetarum medii aevi zuerst durch den Druck bekanntgemachet worden. Die übrigen Schrifften sind verlohren gangen.

a) Fabric. Supplem. Bibliotb. Latin. p. 347.

b) Antiquität, academ. p. 92. In Riolani Recherches curieuses liefet ttlcttt p. 84 «Mid 93. daß er um 1220 als Canonicus zu Paris, und oberster Leib-Arztbey dem König Philippo Augusto in Bedienung gestanden. Er wird aber da-selbst Nicht Johannes , sondern Petrus Egidius Corhohenfis geneidet.

t) ReineC Var. Ledlion. p. 688- Woselbst ihll Reinelius yyr eine» Medicum Laler-nitanum ausgegeben.

d) Fabric. Biblioth. Latin. p. 873.

aegimivs, ein alter griechischer Medicus, von Elis bürtig, schei-net noch vor dem Hippocrates gelebet zu haben. Sein Buch de pal-pitationibus ist schon längst verlohren gangen, doch meldet Galenus -r),daß er der erste gewesen, der in gedachtem Wercke die Lehre von demPulse untersuchet habe. Plinius b) gevencket auch eines Tigimii, der202. Jahre gclebet, und Athenaeus 0 citiret einen yEgimium, dereinen eigenen Tradat de placentis conficiendis verfertiget habe, manweiß aber nicht, ob sie mit dem Medico einerley Person vorstellen sol-len, oder, ob sie von selbigem unterschieden sind.

a) De different.,pulsuum Lib. 4. cap. XI.

b) In histor. natur. Lib. VII. cap. 48-

c) I11 Deipnosophisticis Lib. 14.

aegineta (pavlvs) war in der Jnsul Aegina, wovon er auchden Zunahmen erhalten, zur Welt gebohren. Er hat zu Alexandria dieArzeneykunst a) erlernet, und zu Anfang des siebenden b) Jahrhundertsunter der Regierung des H^raclii c) floriret. Seine Libri VII. dere medica sind etlichemal d) pur griechisch, am besten aber zu Basel,an. 1538. in folio, aufgeleget worden. Es sind auch dieselben so wohlvon Albano Torino, Joh. Guinterio Andernaco, als auch vonJano Cornario ins Lateinische übersezt,und zum öfftern in allerhand e)Format zum Vorschein kommen , auch nach des leztern version derStephanischen Sammlung der Principum artis medicae mit einver-leibet worden. Ob er gleich in diesen Büchern von andern Aerzten,sonderlich von Oribasio f) gar vieles entlehnet, so hat er doch aus sei-. ner