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Astrolabium sampt einem kurtzen Unterricht, wie man solch Instrument brauchen sol, nicht allein den Ertzten, sondern auch den Bawmeistern, Bergleuten, Büchssenmeistern, und andern so sich der astronomischen und geometrischen Kunst gebrauchen, fast lustig und nutzbarlich / erstlich durch Joh. Copp anno 1525 aus dem Latein ins Deutsche gebracht
Entstehung
Seite
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Nach dem ſindeſtu ein Richtſcheitlein/ das gibt ein geradeLinien/ durch den mittel punet des Aſtrolabij, vber das gantzeInſtrument/ welches wit ein Regel oder Lincam nennen/ vnddieſe Regel iſt oben auff dem Rete, welche man hin vnd wyider

fahrer/ wo man wil die Araber nennen dieſe Regel Almury,die Lateiner aber Oſtenſorem, oder Indicem. 855

Darnach/ ſo iſt auff dem Inſtrument/ oben vert derMittags lini/ ein Rundel oder Roll werck/ mit einem loch // da-durch ein Meſſener Ring gehet/ Lateiniſch Armilla, zuDeutſch/ die Hand hab des Altrolabij genant.

Dieſes iſt nun der bericht des foͤrdern theils des Aſttro.labij. Nun wollen wir vom hintern teil auch ſagen/ daaſſel-bige hinter theil oder der Ruͤcke des Aſtrolabij, wird inn viertheil getheilet: 5 ö

Zum Erſten/ iſt zum euſſerſten ein Circkel oder Kreißß he-

rumb/ mit den 12. Zeichen/ die halten in ſich 380. grad/ vonnd

noch zu euſſerſt vber dieſem/ wird die zal der hoͤhe genant // dañin derſelben zahl rechnet man/ wie du hernach hoͤren wirſtt/ diehoͤhe der Sonnen/ Mondes/ vnd anderer Sternen.

Die ander zal/ iſt die zal der zwoͤlff zeichen grad/ vndd er-ſtteckt ſich nicht weiter/ dann biß auff zo. grad/ Aber die e ob-gemelte erſtreckt ſich biß auff ho. Darnach ſo ſeynd die e na-

men der zwoͤlff Zeichen/ vnnd diß alles zuſammen/ heiſſet t derZodiacus, oder Thierkreiß des Ruͤckens/ auff dem Aſtrolabbio.Nach dem iſt noch ein ander Kreiß/ jnnerhalb dim Thierkrreiß/den nennet man des Jahrs Circkel/ vnd dieſer Kreiß hell; zumeuſſerſten gegen dem Thierkreiß werts/ alle tage eines ganntzenJahrs/ vnd darnach der Tage zal/ ſampt den namen der Mo-nat/ nach dem newen corrigirten Calender/ darunter dann aauchder alte Calender/ mit ſeinen graden/ zalen vnd namen/ ver-

zeichnet iſt.