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Astrolabium sampt einem kurtzen Unterricht, wie man solch Instrument brauchen sol, nicht allein den Ertzten, sondern auch den Bawmeistern, Bergleuten, Büchssenmeistern, und andern so sich der astronomischen und geometrischen Kunst gebrauchen, fast lustig und nutzbarlich / erstlich durch Joh. Copp anno 1525 aus dem Latein ins Deutsche gebracht
Entstehung
Seite
26
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Was die ongleichen/ oder die Planetenſtunden ſeynd/ ſampt den Characterender Planeten.

Das 8. Capitel.

S iſt zu mercken/ das die alten Aſtronomi, einA tag haben in 12. teil geteilet/ dergleichen auchein jegliche Nacht in 12 theil/ Welche theil ſie die vn-gleiche oder die Planeten ſtunden genennet haben/ vnnd ha-bens darumb die ungleichen ſtunden genennet/ daß ſie imkrummen Horizont nicht gleich ſind/ ſondern ſich faſt alle ta-ge verandern/ dieweil doch daſelbſt ſchier kein tag in der lengedem andern gleich iſt. Derowegen die Planeten ſtunde/ all-hier bey vns/ wann die Sonne in Krebs gehet iſt am tage/eine ſtunde vnd 21. minuten lang: Bey der Nacht nur 38.minuten. Aber wann dis Sonne in Steinbock gehet/ iſt eineſtunde am Tage zs. minuten/ in der Nacht 1. ſtunde/ z l. mi-nuten lang. Im A Equinoctio aber/ ſeynd die ſtunden Tagsvnd Nachts gleich.

Es haben die Babyloniſchen Aſtrologi, am hoͤchſten

Planeten/ das iſt/ am Saturno angefangen vnd haden gezelt/biß auff den vnterſten/ das iſt/ biß auff den Mond/ nach einerordnung: Als/ Saturnus, Mars, lupiter, Sonn/ Venus, Mer-curius, Mond. Aber in der Wo chen haben ſie auch die Pla-neten in die tage eingetheilet/ daß am Sontag die Sonn/Montag der Mond/ Dienſtag Mart, Mitwoch Mercurius,Donnerſtag Iupiter, Freytag Venus, Sonnabend Satur-nus, die erſte ſtunde des tages haben/ wie ſolches in der Tafelzu ſehen iſt. 1

Tafel