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Astrolabium sampt einem kurtzen Unterricht, wie man solch Instrument brauchen sol, nicht allein den Ertzten, sondern auch den Bawmeistern, Bergleuten, Büchssenmeistern, und andern so sich der astronomischen und geometrischen Kunst gebrauchen, fast lustig und nutzbarlich / erstlich durch Joh. Copp anno 1525 aus dem Latein ins Deutsche gebracht
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52
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Oarnach mercke/ daß die Aſtconomi die Sphæram zwy-fach zu ſein ſagen/ einmal ſagen ſie/ daß ſie gerade oder gleichſey/ das ander mal/ daß ſie krumb oder ſchlimb ſey: Die geradeSphæram haben die/ ſo vnter dem A Equinoctial wonen/ vndheiſt darumb gerade/ daß dieſelben gleich zwiſchen den zweyenPolis ligen/ alſo daß keiner mehr dann der ander erhoͤhet iſt/vnd daß ihr Horizont den AEquinoctialem auff gleiche theildurchſchneidet. Aber die krummen oder ſchlimmen Sphæramhaben alle die/ ſo nit vnter dem AEquinoctial wonen: Wei-ter wiſſe/ daß in der geraden ſchlimmen Sphæra, die zeichengleich vnd krumb/ auff vnd nider gehend. 4

Allhie wil ich dir nicht verhalten/ daß die Auffſteigungeines Grads des Thierkreiß oder eines Sterns/ iſt ein theildes Nachtgleichers/ vnnd wird gezehlet von dem anfang desWidders/ biß an das ort/ da der Horizont im Auffgang denGrad oder den Stern beruͤhret/ welche auffſteigung/ ſo manes inn einer gleichen oder geraden Sphæra zelet/ gerade odergleich genennet wird/ So man es aber in einer krummen oderſchlimmen Sphæra zelet/ ſo wird es auch krumb oder ſchlimbgenennet..

Aber die Niderſteigung oder der Vntergang/ iſt ein theildes AEquinoctialis, vnd wird gerechnet von dem anfang desWidders/ biß an das ort/ da der Horizont den grad oder ſternim Nidergang beruͤret. Darnach wiſſe/ daß in allen Landender A Equinoct ial in 24. ſtunden einmal vmbgehet/

darumb ſo lauffen alle ſtunden amAEquinoctial 15. grad