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Adiemſcher Stolz unſers Geſchlechtes, wenn
Verflucht ſei der Akker ꝛe. 349
So ſind denn unbrauchbare und gif-
tige Kraͤuter; um allein bei dem Akkerbaue
30 bleiben; zum Stande der Unſchuld gewe-
ſen? Dies muͤſte ia in den gluͤrſeligſtenJeiten der Volkommenheit, das Leben, die
Geſundheit, Sicherheit und Ruhe des Men-
ſchen ſer unvolkommen und unſicher gemacht
haben. Die Antwort auf dieſen Einwurf
iſt gar leichte.„Wie die Vernunft des 5enſchen noch die relneſte Einſicht hatte,konte ihr nicht das geringſte Grashalm,
nicht die veraͤchtlichſte Staude des ſo ge-nanten Unkrautes unnuͤtze zu ſeien ſcheinen:
und da ſie nach den veineſten Einſichten ur-teilete, und folglich Gebrauch und Mis-
brauch aufs richtigſte unterſchied; konte ihrnichts ein Gift werden. Es iſt auch bis
zezo kein Gift, als nur Verhaͤltnisweiſe: und
ein rechter Kraͤuterkenner geneuſt der Erd-früchte ohne die geringſte Furcht, weil er die
ewaͤchſe, weſche ihm dienen, von de-nen, welche andern Geſchoͤpfen zu ihrer
Es ung gegeben ſind, richtig unterſcheidet.
iſt auch iezo noch, genau zu reden,
kein eigentliches Unkraut; ſondern das ver⸗ 8achtlichſte Mos und die wildeſte Staudehat, im ganzen, ihre ſo richtige Beſtim-
gung zur Erhaltung gewiſſer andrer Ge-
ſchoͤpfe, als das lekkerhafteſte Obſt in An-
ſchung des Menschen. Es iſt vieleicht ein
wir