374 Von einigen Mitteln wied. die Theur.bakket. Wer da weis, wie ungemein zu-
traͤglich dieſe Pflanzenart iſt, und wie wenig
man dabei auf den Akker und deſſen Guͤte zuſehen hat der wird leichtlich einſehen, wasdieſes vor ein beſonderes Kornſparmittel iſt.Es iſt indeſſen zu beklagen; wie ſich auch derHerr Ritter Linnaus in ſeinen Reiſen daruͤ-ber beklagt; das ſich der Eigeyſinn der Land-
leute zu dieſer Speiſe nicht gewoͤnen will. Wo
ſind die Vorurteile der Erziehung ſtäͤrker als
auf dem Lande! Es hat die Tarkoffel nochden Nuzen„ das, wann man derſelben
im Notfall zum Mehle nicht bedarf, ſolche
ein ſchoͤnes Mittel abgiebt, an ſtat des Armi-
dams, die Waͤſche zu ſteifen.
Ich hehe, Kürze wegen verſchledene andreMilkel vorbel? welche uns daß ſo weite Pflanzenreith
an die Hand giebt: ich wuͤnſchete aber, das die Kraͤn-terkeuner auf eine bieher gehoͤrige Unterſuchung mikallem Fleiſſe bedacht wären. Bann wann die Notvorhanden iſt, iſt es gemeiniglich auf verſaͤumekeMittel zu gedenken zu ſpaͤte.⸗ Man ſolte vielmer
wünſchen, das man alle dieſer Mittel nicht vonnöten
hatte, und GOtt ancufen, das er uns vor dem Hus-
ger und vor kbeurer Zeit bewaren wolle. Das
thue ich, mein Freund) von ganzem Herzen. Da aber
die Erfarung leret/ das es zur Haus haltung Gottes
mit gehöre durch Miswachs und Kornmangel das
Selbfivertrauen und den ſtolzen Wiz der Erdhebauer
n 95 demükigen, ſo kan eine vorſebende Sorgfalt der
edachtſamern in einem ſolchen zu vermutenden Falle
eben ſo wenig zu ſchelten ſeien, als man die Fuͤrſorge
eines Arztes kadeln darf, welcher bei einem gegenwaͤr-
lig ganz geſund ſcheinenden Körper, damit er dem
Anfalle der zu beſorgenden Krankheit nicht un-terlegen möge, alle vorbauende Mikelſleißtaft anwendet,
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