504 Vom Vorzug der alten oder neuen Zeit
Jae eines Demants zu enge, keinFeuer hinderlich, und kein Waſſer beſchwer-lich ſeien wird: wo ich keinen Weltbau fürmeine ſpuͤrende Reiſe zu weitlaͤuftig, keine
Sphaͤren zu entlegen, und keinen Erdball
als fremde finden werde. Dies troͤſtet mich/wann mich mein ieziges ſchweres Gehaͤuſe in
5 Schranken einſchlieſſet, welche nur Wuͤn⸗ 5ſche und Hofnung einer gluͤkſeligſten Zu-
kunft darchbrechen koͤnnen.
Rapin will zulezt, es ſei die Naturle-
re; wegen der Verſchiedenheit der Meinun-
gen ihrer groͤſſeſten Kenner; unnuͤſe. Esiſt dieſer Ausſpruch in zweierlei Abſicht höͤchſtunbedachtſam: einmal lieget darin nimmereine richtige Folge, das dasienige, worin
man noch nicht zur Einigkeit der Meinun-
gen gekommen ſel, uunuz ſeien muͤſſe: hier-nächſt flieſſen gefaͤrliche Folgen fuͤr andre
Wiſſenſchaften daher. Nichts wuͤrde zum 85
Beiſpiele unnuͤzer, als die geiſtliche Erklaͤrungs-kunſt ſeien, weil die Verſchiedenheit derMeinungen hierin faſt unaufzaͤlbar gros iſt.Die Verſchiedenheit derſelben aber in derNaturlere iſt zugleich ein Wetſtein fuͤr dieBeurteilungskraft kluger Koͤpfe, um das Ge-
wiſſeſte in der Ungewisheit auszufinden, teilseine Reizung fuͤr die aufgewekte Geiſter al-ler Zeiten„ um zu einer immer mererenGewisheit zu gelangen. h
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