20 Conrad Gesners
den Bibliothek von den zur Naturgeſchichte 3
gehoͤrigen Schriften, zu ſamlen.
Doch unſere gegenwaͤrtige Hauptabſicht 7
gehet dahin, die von unſerm Gesner bet/fertigte Geſchichte der Thiere naͤher be/kand zu machen: damit wir teils ſeine Ver/Dienſte in dieſem Stuͤkke, teils vornemlich
dies erkennen lernen, das dieſer faͤhige
SGeiſt von vielen Dingen, welche unſer izi-ges Jarhundert beſchaͤftigen, gluͤkliche Ent
wuͤrfe im Sinne gehabt habe.
Ich kan nicht umhin, hiebei eines
Vorurteils; mit Mis vergnügen und mit
dem Wunſche es heben zu koͤnnen; zu geßdenken. Die Lerart der Zeiten unſers
Gesners iſt von derienigen welcher wir
uns bedienen, gar gewaltig unterſchieden.Damals liebte man die gleichſam von Toten
erwekte Schriften der Alten, und die grie-chiſche und lateiniſche neugeborene Spra-chen ſo heftig„ das man ſeinen ganzenVortrag durch die Einmiſchung derſelben/und durch Anfürung alter Meinungen, zuverſchoͤnern allein bedacht war. Wir ach-
ken dies heutiges Tages; und ich glaube
mit Rechte; vor beſchwerlich und hinderlich:aber wir verfaren unbillig, wann wir glau-
1 das wir unter dieſem gezwungenen
Puze der alten Gelerſamkeit nichts 88
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