12 Einleitung.
ſo unbeſchreibliche Ungleichheiten und Veraͤnderungen an Groͤſſe,Geſtalt, Farbe, Natur, Lebensart, Fortpflanzung u. m. beyuns ſtatt finden; ſo viele Wunder, und fuͤr uns unbegreiflicheDinge: Was muß denn nicht auf ſo vielen tauſend Welteoͤrperngeſchehen, die unſere Erde an Groͤſſe uͤbertreffken? Was vor ei-ne Geſtalt und was vor Eigenſchaften haben wohl ihre vernuͤnfti-gen Einwohner und andre Thiere? Wie iſt die Einrichtung da-ſelbſt beſchaffen? Ungleiche Lage, Umlaufszeiten und mehr an-dere Umſtaͤnde, erfordern fuͤr jeden eine eigene und beſondereHaushaltung, Coͤrper von ganz andrer Beſchaffenheit, u. m.;aber zu beſtimmen, worin dieſer Unterſcheid auf jeden Welteoͤr-per beſtehe, das iſt uͤber unſern Geſichtskreis. Wir kennennicht einmahl die microſcopiſchen Welten, oder die kleinen, bloſ-ſen Augen unſichtbare Thierlein, welche ſich um uns aufhalten,wie muß denn wohl unſere Kenntniß von den Bewohnern derWelteoͤrper beſchaffen ſeyn, wovon wir auch nicht einmahl durchdie beſten Sehroͤhre die wahre Figur erforſchen koͤnnen.
Wenn man dies alles erwaͤget, ſo kann man des SchoͤpfersAllmacht, Guͤte, Fuͤrſorge und unendliche Weisheit nicht ver-kennen.
Herr, wie ſind deine Werke ſo groß und viel.Du haſt ſie alle weislich geordnet,Und die Erde iſt voll deiner Guͤter.()
Ich habe in dem folgenden einen Verſuch gemacht, die gewoͤhn-lichſte Beſchaffenheit der Erdrinde und der darauf befindlichenCöͤrper zu beſchreiben. Wer den Umfang der Materie, ihreMannigfaltigkeit und Schwuͤrigkeit kennet, wird die darin etwavorkommenden Maͤngel geneigt uͤberſehen. Auf gewiſſe Bogenund Zeit eingeſchraͤnkt, habe ich nothwendig eine groſſe MengeBeobachtungen ausſchlieſſen, und das uͤbrige zuſammen draͤngenmuͤſſen, wovon dies die gewiſſe Folge iſt, daß die Dinge nicht ſoins Licht geſetzet worden, als ſonſt haͤtte geſchehen koͤnnen, ob
meine
() Pf. 104, v. 24.
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