64 Zwote Abtheil. Drittes Capitel.
Tſchucktſchi eine Inſul, dahin man des Winters vor Eis nichtkommen kann, und wohin man im Sommer mit Baidaren(!)in einem Tage kommt, deren Einwohner zuweilen mit Tſchuck-tſchi Krieg fuͤhren. Eine Tagsreiſe weiter gegen Oſten ſoll eingroſſes waldigtes Land gefunden werden. Scheſtakow wardausgeſchickt, dieſe Laͤnder zu unterſuchen, aber von ſeiner Ver-richtung iſt nicht mehr bekannt, als daß ein im Gefolge geweſe-ner Landmeſſer Gwosdew 1730 zwiſchen 65 und 66 Grad Brei-te ans Land geweſen. Die neulich gefundenen Aleyuts⸗Inſulnliegen in dieſer Gegend. Alles dies wird dadurch weiter beſtaͤr-ket, daß bey einem einige Tage anhaltenden Oſtwinde Eis, undzu andern Jahrszeiten americaniſche Baͤume gegen Kamſchat-ka getrieben werden. Die Einwohner von Kamſchatka geden-ken auch eines groſſen Landes, welches zuweilen von BeringsInſuln geſehen werden ſoll.
Die Capitains Bering und Tſchirikow giengen 1741 aufRuſſiſchen Befehl von Avatſcha aus, neue Entdeckungen zumachen. Erſterer hatte den Adjunct Steller mit ſich, und letz-terer den Profeſſor Delisle de la Croyere. Die Schiffe wur-den unter 50 Grad Breite durch Sturm und Nebel getrennet.Bering ſahe den 18 Julius Land, mit hohen und mit Schnee be-deckten Bergen, unter 58 bis 60 Grad Breite und 232 Grad aͤn-ge nach der Schiffsrechnung. Es ward nach dem Tage, da manes ſich erheben ſahe, Elias Vorgebuͤrge genannt. Stellerſammlete hier 6 Stunden lang Kraͤuter. Nachher ſahe er ver-ſchiedene Ufer und Inſuln, welche er Hermogens Vorgebuͤr-ge, Schumagins Inſuln, Dolmats Berg, Johannes-berg, Macards, Stephans, Theodors und Abrahams-Inſuln nannte. Zwo derſelben, nachher Betruͤger⸗Inſulngenannt, wurden fuͤr Curiler gehalten, und verurſachten groͤ-ſtentheils das Ungluͤck des Schiffs, welches endlich vom Sturm
auf
0 So wird ein Fahrzeng genannt, das aus Fiſchbein gemacht und mitSeehundsfell uͤberzogen iſt.