86 Zwote Abtheil. Drittes Capitel.
genauere Unterſuchung derſelben, oder eine Entdeckung der bis-her ganz unbekannten Laͤnder, wird von den Naturkundigenals moͤglich, ruͤhmlich und fuͤr die Wiſſenſchaften nuͤtzlich angeſe-hen; aber ein Seefahrer haͤlt ſolches fuͤr ebentheuerlich und derStaatskluge fuͤr unnoͤthig und unnuͤtzlich. Es fehlet mir hierder Raum, mich bey dieſen Umſtaͤnden aufzuhalten, ich will nurnoch anfuͤhren, was unſerer Wißbegierde bisher am meiſten imWege gelegen. Das Eis iſt ein Haupthinderniß, die nahe umdie Pole gelegenen Gegenden zu beſuchen, und ſolches mehr beydem Suͤd⸗ als Nordpol. Es trug ſich wohl 1725 zu, daß im At-lantiſchen Meer unter 41 Grad Breite, welche ungefaͤhr mit derBreite von Madrit uͤbereinkommt, zur Sommerzeit Eis ange-troffen ward; ja, daß den 15 Junius unter dem 45 Grad beyna-he zwey Schiffe dadurch verungluͤckt waͤren(k), aber das hatſich, ſo viel bekannt iſt, niemal weder vor noch nachher zugetra-gen, ſondern alles Eis iſt gemeiniglich im April bis zum 67 Gr.verſchwunden. Auf der ſuͤdlichen Halbkugel iſt es anders be-ſchaffen. Davis war 1687 in der waͤrmeſten Jahrszeit unter63 Grad Breite vom Eiſe faſt ganz umgeben; Frezier ſahe 1714den 13 Maͤrz unter 58 ⅞ Grad Breite und 291 Grad 38 Min. Laͤn-ge einen Eisberg uͤber 200 Fuß hoch, woſelbſt niemand vorherdergleichen bemerkt hatte, obgleich die Gegend damahl ſchon 14Jahr beſchiffet worden. Das andre Schiff in ſeinem Gefolgefand Eis unter 54 Grad Breite, aber mehr nach Oſten. Halleytraf mitten im Sommer Eis unter 52 Grad, und Bouvet fiengan, in eben der Jahrszeit ſchon unter 47 Grad, welches mit derBreite von Paris uͤbereinkommt, Eis zu finden.
Deſſen ungeachtet ſcheinet das Eis von dem ſchlechten Fort-gange hierin nicht die einzige Urſache zu ſeyn. Das Eis giebtdie Nachbarſchaft des Landes zu erkennen, wie weiter unten ge-zeiget werden ſoll, und muß daher nicht fuͤr ein ſchlechtes Zeichengehalten werden. Wenn Bouvet dem Eiſe weiter gefolget waͤ-
8 re,
() Peſlandes Mem. de PAcad, des Sc. a Paris. 1725.
S éęqꝑęἀqeñoqq4AULẽRAUẽAͤéqę üen