98 Zwote Abtheil. Viertes Cap.
dem caſpiſchen und ſchwarzen Meere zu liegen(u); und ihr
Imaus zwiſchen dem caſpiſchen Meer und dem Urſprunge desGanges. Ararat wird das hoͤchſte Gebuͤrge, was man in Ar-menien findet, geweſen ſeyn, und heiſſet jetzt daſelbſt Maſisoder Meſeſouſar(x). Sinai liegt im obern Arabien, nichtweit vom rothen Meere. Horeb iſt ein niedrigerer Theil da-von. Libanon ſtrecket ſich in Suͤden und Oſten im nordlichſtenTheile von Judaͤg und am mittellaͤndiſchen Meer. Er iſtdurch ein Thal oder flaches Feld vom Antilibanon getrennet.Dieſer letztere geht mehr oͤſtlich().
Nun wollen wir die Bergſtrecke, welche wir in Armenienverlaſſen haben, weiter verfolgen. Sie ſtreichet von hier nachMacedonien, und breitet ſich unter ungleichen Namen in vielenZweigen uͤber ganz Europa. Das Carpatiſche Gebuͤrge ſtreichtvom ſchwarzen Meere nach Presburg fort, zwiſchen der Wal-lachey, der Moldau, Siebenbuͤrgen, Schleſien und Po-
len.ſchaft und Sarmatien.
Es war ehedem die Graͤnze zwiſchen der roͤmiſchen Herr-
Das Sudetiſche zwiſchen Boͤhmen und Schleſien heiſſer
in Boͤhmen Kerkonoske Hory(2).
Es gehet in Norden
nach Meiſſen, in Suͤden nach Oeſterreich, und in Weſten nach
dem Vogtlande.
(u) Vergl. Plinius(Hiſt. N. L.VI.); Varenius(Geogr. gen. C. X.);Becmann Hiſt. orb.; Kirch. Miſcell.Berol. T. IV. Curtius VII. 3. ſetztes zu weit nach Oſten. S. Freins-hemii Noten.
(x) Otter Voy. en Turquie& enPerſe. 1734. 1744.
) S. Maundrells Reiſe nachJeruſalem und Relands daruͤberverfaſſete Charte. Noch beſſere Auf-klaͤrungen findet man in der Chartevon dem heiligen Lande, die Gail. deElele bey ſeinem Tode 1726 faſt ganzfertig hinterließ, und welche 1763
Das
von deſſen Bruder herausgegebenward. Der Berg Carmel iſt bisherfuͤr einzeln gehalten worden, aberhier wird gezeiget, daß dieſer Nah-me zwo verſchiedenen Bergſtrecken zu-gehoͤre, davon eine in Juda gegen dieMitte des weſtlichen Ufers des tod-ten Meers lieget, die andere, welcheeigentlich ſo genannt wird, am Mee-re, im Stamme Iſaſchar und Zabu-lon, gehet in der Figur einer Harfeund ſchlieſſet ein vor dieſen ſtark be-wohnt geweſenes Thal ein u. ſ. w.(2) Strabo und Ptolomaͤusnennen es Cereonoſſi.