Band 
I.ter Theil.
Seite
136
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136 Zwote Abtheil. Fuͤnftes Cap.

In den Ritzen und Hoͤlen ſchieſſen mannigfaltige Cryſtallean, welche nach ihrem Glanz, Farbe, oder Haͤrte, ungleichenWerth erhalten haben. In Jemteland und Offerdals Kirch-ſpiel iſt eine Felsſteinart, ein ſchifrichter harter Topfſtein, darinverſchiedene Drumm von fettem weiſſen Quarz ſpielen, von wel-chen die groͤſſeren(vielleicht unter dem einkrimpfen,) viele ſo ge-nannte Drachen⸗ oder Druſeloͤcher bekommen haben, mit ange-ſchoſſenen Quarz⸗Cryſtallen von der beſten Art. Es iſt etwasbeſonders, daß ſie in gelbem Thon abgebrochen und hart einge-packt gefunden worden, welches eine gewiſſe gewaltſame Verruͤ-ckung bemerket, die auch durch die Cryſtalle mit abgenutzten Kan-ten beſtaͤrkt wird, welche am Seeſtrande in der Gegend gefun-den werden(r). Die Diamantbruͤche in Golconde werden voneben der Belegenheit beſchrieben. Die edelſten Cryſtalle wer-den hier in Kluͤften und Druͤſenloͤcher, auch in Leim gepackt, gefun-den(§). Es iſt Schade, daß man nicht zureichliche Nachrichthat von der natuͤrlichen Belegenheit und eigenen Figur der Edel-ſteine. Der Diamant, ſowol der ungefaͤrbte, als der Rubin,kommt achtſeitig vor, wenn er roh iſt, doch ſagt man auch, daßer zuweilen anders geſtaltet ſey, cubiſch oder priſmatiſch mit ſechsSeiten, und dreyſeitigen flachen Spitzen an den Enden(t). Dierunden ſind vermuthlich entweder mehrere, die zuſammen ge-wachſen ſind, oder durch ſchuͤtteln im Waſſer abgenutzt(u). Wasdie Farbe betrifft, ſo ſind ſie roth, gruͤn, blau, gelb, braun,

oder

(r) Hrn. Cronſtedts Wiſſenſch.Acad. Handl. 1763. S. 280.

(½) Tavernier Voy. des Indes.Liv. II.

(t) Bertrand Diction. Oryct. I. S.193. und beſonders Herrn Quiſtsſchoͤne Abhandl. in Koͤnigl. Wiſſenſch.Akad. Handl. 1768.

(u) Diamanten ſind in Braſilienan dem Fluſſe Janeiro loſe im San-de, wie Kieſel, gefunden worden.Bey weiterer Nachſuchung in den

nahe liegenden Bergen bemerkte mangroſſe Cryſtalladern, wovon das Waſ-ſer ſelbige herabgeſpuͤlt hatte. Damitdie Diamanten nicht wohlfeiler wuͤr-den, uͤberließ die Regierung dieſenHandel einer Geſellſchaft mit Aus-ſchluß aller andern, und ließ, umdem Schleichhandel zuvorzukommen,eine ganze Stadt verruͤcken. S. An-ſons Reiſe. Diamanten findet manin Bengala, Malacca, Arabien, aufBorneo, und beſonders in des groſſenMoguls Staaten.

Eqqq—