Band 
I.ter Theil.
Seite
152
JPEG-Download
 

Zwote Abtheil. Fuͤnſtes Cap.

halten die Probe nicht(¹); aber mit der Zeit duͤrfte dies Ge-heimniß noch wohl verrathen werden. Ein Theil Erze koͤnnendurch Kunſt nachgemacht werden, wenn Schwefel oder Arſenikmit geſchmolzenen Metallen vermiſcht wird; aber auf dem naſſenWege, oder dem, den die Natur vermuthlich gebraucht, kannkaum etwas mehr, als das Hornerz nachgeahmt werden. Daßdie Erze im Anfange fluͤſſig geweſen, davon zeugen ein Theil Ve-getationen und Cryſtalliſationen, Ja es ſcheinet auch nothwen-dig zu ſeyn, daß die mineraliſirende Metalle, Schwefel und Ar-ſenik, fluͤſſig oder bis zu Duͤnſten aufgeloͤſet geweſen, damit ſiedie noch weiche Metallmaterie zureichlich durchdringen koͤnnen.Metalliſche Kalke koͤnnen nicht vom Schwefel und Arſenik aufge-loͤſet werden, daher werden ſie auch kaum mineraliſiret gefunden.Indeſſen wird in den Bergborſten nicht allein der Zugang andienlichen Materien gefordert, ſondern auch die gehoͤrige Gang-art, darin ſich die metalliſchen Duͤnſte befeſtigen koͤnnen. Glaub-lich tragen die Lage des Geſteins, die Stuͤrzung der Gaͤnge, ge-

hoͤrige Waͤrme, gewiſſes Wetter u. d. auch vieles dazu bey.Edelgeſtein und andre Materien, die unter gewiſſen Figurenvorkommen, ſind Cryſtalle von verſchiedener Art, von welchenein Theil nach der Aufloͤſung, und andre nach dem Zuſammen-krimpen oder der Erhaͤrtung angeſchoſſen zu ſeyn ſcheinen. EinTheil iſt ganz klar und durchſichtig; andre ſind durch ein brenn-bares Weſen gefaͤrbt, welches ſich an ein wenig metalliſcher oderanderer Erde befeſtiget; andere ſind ganz undurchſichtig. DieMetalle ſelbſt ſetzen ſich in cryſtalliſcher Geſtalt, wenn ſie gehoͤrigauf-

152

(½) Ich uͤbergehe die Frage, ob ir-gend ein Goldmacher ein vere ade-ptus geweſen, denn ſie wuͤrde, hierunterſuchet zu werden, vielen Raumfordern; dieſe Kunſt iſt auch ſchon ſoverdaͤchtig, daß ſolches auch nicht ein-mal noͤthig ſeyn duͤrfte. Was Be-chers Verſuch betrifft, aus Thon miteinem Zuſatz von Leinoͤl oder andernſtarken Phlogiſton, Eiſen zu machen,

ſo beweiſet derſelbe nichts, denn manweiß nun mit Sicherheit, daß wuͤrk-lich oft Eiſen gefunden wird, in weiſ-ſen, gruͤnen und blauen Thonarten,welche Farben dieſes Metall ebennicht gewoͤhnlich muthmaͤßen laſſen.Man kann aus ſelbigen durch die Re-duction leicht Eiſen bekommen. S.Ninmanns Abh. in Wiſſenſch. Acad.Handl. 1754.