Band 
I.ter Theil.
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235
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Von Suͤmpfen. 235

entſtehen bey Ueberſchwemmungen vom Regen, unterirrdiſchemZufluſſe, oder von dem Waſſer, welches ſich nach und nach vonden Hoͤhen in den Gegenden dahin ziehet. Sie heiſſen Moͤre,Suͤmpfe oder Moraͤſte, und trocknen zuweilen bey einem langenMangel an Niederſchlag gaͤnzlich aus. Von dieſer Art findetman eine groſſe Menge in allen Welttheilen. In Preuſſen al-lein ſollen 27230 Suͤmpfe ſeyn, und auf Hiſpaniola uͤber3000(&). In groſſen und niedrigliegenden Waͤldern entſtehendergleichen ſtehende Waſſer oft dadurch, daß die Ausduͤnſtungwegen Mangel hinlaͤnglicher Waͤrme gehemmet wird, die ſchwer-lich in einem dichten Walde eindringet, wo ſich auſſerdem Schneeund Froſt laͤnger haͤlt, als auf dem freyen Felde.

Andere ſtehende Waſſer nehmen einen anſehnlichen Raumein, und veraͤndern die Hoͤhe ihrer Oberflaͤche kaum das ganzeJahr durch. Es fallen oft groſſe und viele Fluͤſſe in ſelbige, oh-ne daß die Oberflaͤche dadurch hoͤher wird, ob ſie gleich uͤberallkeinen Abfluß zu haben ſcheinen. Die merkwuͤrdigſten dieſerArt ſollen nun beſchrieben werden.

§. 86.

Europa iſt an verſchiedenen Orten waſſerſuͤchtig, als inSavolax, einigen Orten in Rußland, Holland, Weſtpha-len, und anderwaͤrts; aber es hat doch keine anſehnliche Suͤm-pfe von der letzten Art.

Eben dies gilt auch von Nordamerica, ob dies Land gleichunter allen bekannten am moraſtigſten iſt. Im ſuͤdlichen Theileder neuen Welt ſindet man doch dergleichen. In Tucumaniſt ein kleiner, welcher den Fluß Salta aufnimmt; einer, wor-in ſich der Santiago ergieſſet; und auſſerdem noch zoder 4 zwi-ſchen Tucuman und Chili. Titicaca, dieſer von dem reichenTempel der Sonne und der Regierung des Incas bekannte ſalzi-ge See, pflegt auch hieher gerechnet zu werden, aber ſolches ge-

Gg 2 ſchiehet

(&) Fabricii Hydro-theol. 157: Charlesvoiz.