Band 
I.ter Theil.
Seite
303
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Vom Riederſchlag aus dem Luftkreiſe. 303

Volks bedeutet es bevorſtehende Theurung. Was zum Milch-Creuz⸗ und andere wunderbare Regen mehr Anleitung gege-ben, iſt mir unbekannt, und vielleicht gruͤnden ſich die meiſtenauf Moͤnchsnachrichten(x). Daß der Saamenſtaub von Tan-nen zuweilen fuͤr Schwefelregen gehalten werde, iſt bekannt(1),indeſſen will ich nicht laͤugnen, daß zuweilen etwas ſchwefelarti-ges niederfallen koͤnne. Solches ſoll 1648 zu Magdeburg, 1649zu Copenhagen, 1658 zu Mansfeld, und 1721 zu Breslau(2)und mehr Orten geſchehen ſeyn. Was den Feuerregen betrifft,ſo hat man davon viele Nachrichten. Ich habe 17590 im Sep-tember zween dergleichen geſehen, welche nichts anders waren,als ſtarker electriſcher Regen, der auf dem Felde und gegen ande-re Coͤrper Funken gab, ſo daß es in dieſen zwo dunkeln Naͤchtennicht anders ausſahe, als wenn das ganze Feld mit Feuer uͤber-zogen waͤre. Das Tageslicht hindert vermuthlich oft, daß mandieſe Regen nicht fuͤr ſolche erkennet.

116.

Wenn ein von oben niederrauſchender Luftſtrom, entgegenge-ſetzte Winde, u. m. die Wolken zuſammenpacken, oder ſie gegenhohe Berge und Waͤlder druͤcken, ſo entſtehet dadurch der heftig-ſte Platzregen und Wolkenbruch; aber gefaͤhrlicher ſind dieſogenannten Waſſerhoſen,(Preſter, Trombe de mer)welche mit graͤulichem Gepolter und Gewalt, die Materien, wel-che ſie unterwegs treffen, in die Hoͤhe ziehen, die dann nachherherabgeworfen werden, wobey das Waſſer gleichſam herabgegoſ-ſen wird. Sie entſtehen aus den Wolken, die durch entgegen-geſetzte Winde gewrungen werden. Ihre Figur gleicht einerSaͤule, oder einem herunterwaͤrts gekehrtem Kegel, der mit derGrundflaͤche an einer voruͤberſtreichenden Wolke haͤnget. Waſ-

ſer,

(x) Ein Buch unter dem Titel:(9) Dies geſchahe 1677 in Zuͤrich.Philoſophiſche Betrachtung der ge⸗ Scheuchzer.

heimen Natur, 1744 in Berlin her⸗ 2) Hr. Prof. Wallerii. Dill. de

ausgegeben. Darin ſind Nachrichten*von wunderbaren Regen geſammlet. pluvia ſulphurea.