Band 
I.ter Theil.
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322
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32²2 Vierte Abtheil. Viertes Cap.

Pferde, Hunde, Katzen, ja gewiſſe Menſchen„ koͤnnen ſoelectriſch werden, daß ſie Funken und Schein von ſich geben,wenn ſie gerieben werden, oder ſonſt in Bewegung kommen(*).Sollte ſolches nicht auch von gewiſſen Orten auf der Erde moͤg-lich ſeyn? Es iſt glaublich, daß das Feld an einigen Orten beygewiſſen Umſtaͤnden electriſiret werde, und in ſolchem Zuſtandewaͤre es nicht wunderlich, wenn es einen Schein von ſich gaͤbe.Der Poͤbel ſpricht viel von gewiſſen Stellen, wo Licht brennet,wenn ſich dies ſo verhielte, ſollte denn nicht oft Dunkelheit, dieFurcht des Zuſchauers und die eigene Bewegung verurſachenkoͤnnen, daß eine ſtillſtehende Flamme fuͤr eine unſtetige gehal-ten wird? Die Luft ſelbſt kann Irrlichter zeigen, wenn ſie aufeine Art electriſch wird(1). Solchergeſtalt ſind davon ver-

muthlich viele Arten von unterſchiedenen Urſachen hervorge-

bracht.

Brennende Irrlichter ſoll man ehedem in Deutſchland ge-funden haben(m). Im vorigen Jahrhunderte hat man ihrerin Frankreich gedacht, und im gegenwaͤrtigen in Italien und

ſon in Raͤtwiks Kirchſpiel in Dalenſahe auf dem Oſmundsberge bey demDorfe Boda oft helle Feuer. Ergrub 17285 an der Stelle, wo ſie ſichgewoͤhnlich zeigeten und traf auf ei-nes Faden Tiefe einen Kalkberg,worin ein Loch hinab ging. Anfangswar es nur ſo weit, daß man miteinem Arm hinein fahren konnte,aber nachher konnte ein Kerl dadurchkriechen. Auf dem Boden fand manviel verwitternden Schwefelkies.An der Seite ging ein kleineresLoch, worin man Kies und Bergoͤlfand. Nach dieſer Aufbrechung iſtkein Feuer weiter an dieſer Stellebemerkt worden.

() Anchiles weiſſagete von ſei-nem Enkel Aſcanius viel gutes, alsſein Haupt eine ſolche Flamme zeig-ge, wovon Virgilius Aen. L. II. ſin-

Hol-

get. Cicero, Florus, Livius undLalerius Maximus berichten vomServius Tullius, daß ſein Haupt,als er ein Knabe geweſen, im Schla-fe von einem Schein umgeben wor-den. Petr. de Caſtro erzaͤhlet voneinem venetianiſchen Frauenzimmer,deren Haare geleuchtet, wenn ſie imDunkeln mit Lein gerieben worden.Cardanus ſaget, daß ein Muͤnch,und Bartholinus, daß ein Weib ebendie Eigenſchaft gehabt habe.

C) Als Herr Hartmann nach ei-ner Electriſirung von vielen Stun-den an demſelben Orte geſchwindemit einem Lichte ging, ſahe er hin-ter ſich eine kleine Flamme, weichewieder verloͤſchte, als er ſtill ſtand,ſie zu betrachten.

En) Tacitus Ann. L. XIII.

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