Von Winden. 337
der Linie mehr nach Norden, und auf der andern Seite mehrnach Suͤden, und dies iſt umgekehrt, wenn ſie ſich in den ſuͤdli-chen Zeichen aufhaͤlt.—
So verhaͤlt ſich die Sache im offenen Meere; aber Inſulnund groſſe ihm entgegen liegende Laͤnder machen hierin ſolche Ver-aͤnderungen, daß er an einigen Orten Nordweſt werden kann,als gegen den Kuͤſten von Nigritien; oder Suͤdweſt, als gegender Kuͤſte von Guinea. 28 bis 30 Grad an dieſer Seite derLinie gehet der Wind ziemlich beſtaͤndig aus Weſten, daher die-jenigen, welche von Neuſpanien nach Europa ſegeln, demUfer bis Havana folgen, wo ſie den Weſtwind gewinnen, der ſienach den azoriſchen Inſuln fuͤhret. Diejenigen, welche von denphilippiniſchen Inſuln oder China nach America wollen, ge-hen zuerſt nach Norden bis gegen Japan, ſegeln ſo unter den-ſelbigen Parallelcircul bis Californien, deſſen Ufer ſie nachherfolgen. In dem ſuͤdlichen Theile des groſſen Meeres regieretgemeiniglich der Weſtwind, und zwar deſto heftiger und unglei-cher, je naͤher man dem Feuerlande kommt. Sollten das An-desgebuͤrge und die Berge auf Feuerland wohl den Stromhindern, fortzugehen, ſondern ihn vielmehr brechen und demBergruͤcken bis Hoares Vorgebuͤrge zu folgen zwingen, wo ſogewaltige Stuͤrme ſtoßweiſe raſen? In dem Indiſchen Meereiſt der Suͤdoſtwind nicht mehr beſtaͤndig, als zwiſchen Mada-gaſcar und Neuholland, das iſt vom 10ten Grad ſuͤdlicher Brei-te bis zum zoſten.
Je naͤher man den Ufern kommt, deſto unbeſtaͤndiger wirdder Wind, und noch veraͤnderlicher iſt er auf dem feſten Lande,wenn es auch ſelbſt unter der Linie liegt.
Der beſtaͤndige Oſtwind hat ſeinen Grund hauptſaͤchlich inder Waͤrme, welche die Sonne unſerm Luftkreis mittheilet.Denn, da ſie ſich beſtaͤndig zwiſchen den Wendekreiſen aufhaͤltund taͤglich einen Umlauf von Oſten nach Weſten vollendet, ſowird eine Luftſtrecke auf dieſem Wege erwaͤrmet, und dies ge-
Bergm. Phyſ. Weltbeſchr. Un ſchie-