Von zufaͤlligen Veraͤnderungen. 383
raucht, deſto geruhiger iſt der Veſuv. Doch ſpuͤrete man beyden Ausbruͤchen 1751 und 1754 hier keine Veraͤnderung. Es rauch-te hier weder mehr noch weniger. Inwendig muͤſſen groſſe Hoͤ-len ſeyn, denn es ſchallet, wenn man an die Oberflaͤche ſchlaͤgt.Aus der Materie deſſelben wird Schwefel, Vitriol und Alaunbereitet.
Monte Gibello, oder Atna, hat von undenklichen Zeitengebrannt(). 139, 136 und 135 Jahr vor Chriſti Geburt, zurZeit Inlius Caͤſars, Caligulas; im Jahr 812; aber beſon-ders 1169, 1329, 1408, 1444, 1447, 1536, 1537, 1554, 1669,1693 und 1755. Im Jahr 1766 brannte er zuletzt. 1536, 1537und 1669 floſſen Laveſtroͤme aus. Die Ausbruͤche haben vielenSchaden verurſacht, aber die Erdbeben noch mehr, denn nur deseinzigen von 1693 zu erwaͤhnen, ſo wurden damals in drey Tagen15 bis 16 Staͤdte und 18 Landguͤter mit Menſchen und Vieh vonder Erde verſchlungen, viele Darss wurden zerſtoͤhret, und 93000Perſonen kamen um.
In den andern Welttheilen findet man eine anſehnliche Men-ge Vulcane. Sie blos herzurechnen, wuͤrde viel Raum weg-nehmen, und doch nur unvollkommen geſchehen koͤnnen. Ichwill daher der Peruaniſchen nur mit einigen Worten erwaͤhnen.Cotopaxi hat an ſeinem Fuſſe uͤber 20 Schichten verbrannterMaterie, ſollte er wohl ſo oft gebrannt haben? Die unterſte iſtan einigen Orten auf 45 Fuß tief, und erſtreckt ſich gegen zwoMeilen von dem Vulcan. 1533 wurden Steine von 9 bis 10 Fußim Durchmeſſer uͤber eine Meile weggeworfen. 1742 geſchahedurch ſeinen Brand der Schade nur von dem Schmelzen desSchnees, ungeachtet mitten an der Seite eine neue Oefnungausbrach. Die Fluth ſtieg uͤber 130 Fuß, und fuͤhrte Menſchen,Haͤuſer und Vieh weg. Alles dies Waſſer lief innerhalb dreyStunden zwiſchen den Bergen nach dem Meer hinab, das iſt 7bis 8 Meilen. Anderwaͤrts findet man in ungewiſſer Tiefe pa-
1 rallele
() Kircher M. S.