Von Abnahme des Waſſers. 403
Wir haben im vorigen auch gefunden, daß das Meer anvielen Orten Eroberungen macht, ſo daß jetzt das Waſſer wuͤrk-lich Oerter bedeckt, die vorher uͤber ſeine Oberflaͤche gelegen. Ausalle dem eben angefuͤhrten folget alſo unwiderſprechlich eine Ver-ruͤckung des Waſſers, aber um daraus auf eine Abnahme desWaſſers zu ſchlieſſen, muͤßte man das Verhaͤltniß zwiſchen dem-jenigen, deſſen ſich das Waſſer bemaͤchtiget, und dem, was tro-cken geworden, die Tiefe des Meers, die Figur ſeines Bodens,genau kennen, wodurch man in den Stand geſetzt wird, die Raͤu-me zu vergleichen, welche das Waſſer zu verſchiedenen Zeiteneingenommen. Die an den Felſen eingehauene Merkmale ſindvon mehrerer Bedeutung, aber hiebey entſtehet die Frage, obder Abſtand dieſer feſten Coͤrder vom Mittelpuncte der Erde ei-nerley iſt; denn wenn ſelbige ſinken oder ſich erheben, wie im vo-rigen an vielen loſern Erdgegenden bemerkk worden, ſo koͤnnen ſiedavon keinen gewiſſen Unterricht geben. Wenn man uͤberleget,daß ſolche Merkmale, wie hier erwaͤhnet werden, nur, ſo vielich weiß, an der Oſtſee eingehauen worden, ſo ſcheinet es, daßman eben nicht befuͤrchten duͤrfe, daß ſie ſich erheben. DieſeGegend iſt bisher von ſo heftigen Erdbeben, welche unſere Bergezu erheben vermocht, frey geblieben. Ueberdem geſchiehet ſol-ches gerne unter ſolchen Umſtaͤnden, daß man die Urſache davonnicht verkennen kann. Es geſchiehet gewaltſam und geſchwinde,aber nicht nach und nach und unmerklich. Das Eis kann wohlgroſſe Steine verruͤcken und in die Hoͤhe heben, aber daß es auchfeſtgewurzelte Klippen zu erheben vermoͤge, ſcheinet mir uͤberallnicht wahrſcheinlich zu ſeyn. Man ſiehet zuweilen wohl, daßneue Berge vom unterirrdiſchen Feuer aufgeworfen werden, aberdie ſind von ganz andrer Beſchaffenheit, als diejenigen, derenjetzt gedacht wird. Wenn die Lage unſerer Berge einige Veraͤn-
Eee 2 derungdoch ohne Jahrzahl angeben. Herr Guͤter beſeſſen hat. Im Jahr 1746von Dalin leitet dies von einem waren die Merkmale etwa 15 Fuß
Giſle Elineſon Parre her, der im uͤber das Waſſer.1zten Jahrhundert in der Gegend