Von Nahrung u. Wachsthum der Thiere. 469
iſt. Wie wuͤrde die Nahrung zureichen, wenn die groſſen Thie-re eben ſo gefraͤßig waͤren?§. 218.
Die Speiſe muß in dem Coͤrper noch auf verſchiedene Artzubereitet werden. Wenn ſie feſt iſt, wird ſie zermalmet undwaͤhrend des Kauens mit Speichel vermiſcht. Nachher gehet ſiedurch die Gurgel und den Schlund in den Magen hinunter, wodie gaͤnzliche Aufloͤfung geſchiehet, und ſie zu ein breymaͤßigesgraues Gemiſche mit einem ſaͤuerlichen Geruch gemacht wird.Dies befoͤrdern Waͤrme, Beymiſchung einiger Saͤfte, Bewe-gung u. m. Durch die andre Muͤndung des Magens(pylo-rus), gehet die Maſſe in den vorderſten Darm(Duodenum),wo der Saft von der Gekroͤſedruͤſe(pancreas) und die Galledazu kommt, welche ſie duͤnner und weiſſer machen. In denandern zween kleinen Darmen(Jejunum und Ileum), wirdſie vermittelſt ihrer wurmfoͤrmigen Bewegungen(motus peri-ſtalticus) und Saͤften noch weiter bereitet. Waͤhrend allesdieſes ſaugen die Milchgefaͤſſe(vaſa lactea), das feinſte anſich, befoͤrdern es durch das Gekroͤſe(meſenterium) endlichzu den Milchbehaͤltniß(cyſterna chili), und von da durch dieMilchroͤhre(ductus thoracicus) zur linken Schluͤſſelbluͤt-ader(vena ſubclavia finiſtra) wo es zuerſt mit Blut ver-miſcht wird. Die groͤbern Theile der Speiſe werden durch diegroſſen Darmen(cœecum, colon und rectum) ausgetrie-ben.
So gehet es ohngefaͤhr bey den Menſchen und einigen an-dern Thieren zu, wobey doch nach der ungleichen Beſchaffenheitder Arten gewiſſe beſondere Umſtaͤnde vorkommen. Einige kaͤu-en wieder, das iſt, ſie bringen dasjenige, was einmal nieder-geſchluckt worden, durch einen beſondern Mechanismus herauf,und kaͤuen es nochmahl zu vollkommener Zubereitung der Nah-
rung. Die Voͤgel, welche von Saamenkoͤrnern oder andernNnn 3 Thei-