Kirschsteine. 265
Der blosse Augenschein überzeugt einenJeden, daß die äußere Hülle oder Schaale,mit welcher die Saamenkerne der Pftrschen,Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, Cornelkir,schen rc. umgeben sind, von einer ganz aus,nehmenden Härte sey. Eben diese Härte hates gemacht, daß wir die Kerne dieser Baum-arten nicht Kerne, sondern Greine zu benen-nen pflegen, worgegen man solche Baumsaa-mcn, die lediglich eine zähe Haut um sich haben,(z. B. Aepfel und Birnen) Aerne nennt.Jeder begreift, daß es mehr Zeit erfordernmüsse, wenn ein Stein keimen soll, als wenndies ein Kern soll; denn eine bloße Haut kannja ungleich leichter erweicht und vom Keimedurchbrochen werden, als eben dies bey einersteinharten Hülle möglich ist. Man hat deS-halben die richtige Bemerkung gemacht, daßwir nie glüklicher bey Aussaat unsrer Steinefahren, d. h. daß leztere nie sichrer und ge,schwindet aufgehen, als wenn wir sie früher,als dte^erne, der Erde anvertrauen, undihnen folglich die zu ihrem Keimen erforder-liche mehrere oder längere Zeit verschafftMan ward hicrinncn noch nachdrücklicher be-stärkt, als es die Erfahrung lehrte, daß Steine,die man so gar noch an eben dem Tage indie Erde an Ort und Stelle, woselbst sie auf-gehen sollten, legte, an welchem man sie aus^ frisch abgenommenen, und verspeistenR 5 Frucht