Abgeitzung der Weinstöcke. 2 8 r
Weinstöcke, kaum hat die Blüthe ihre End«schaft erreicht, so ist auch schon ein nahmhaftter Theil der schönsten Zeit-des Jahres weg,und da doch, zumal in matten Sommern,die wenig scharfen Trieb bei sich fähren, nichtwenig Zeit dazu gehört, Trauben (besondersvon sehr großbeerigen, ausländischen Sorten)in beendigten Wuchs und in eine solche Reifezu bringen, die nicht etwa nur zur Nochgenugsam ist, sondern die auch den Beerenden vollkommenen Grad ihrer Güte undErhabenheit gewahrt, so sieht ja wohl einjeder ein, daß wir den Geih, der unsern Trau«ben die Säfte stiehlt, selbige überwächst, undalso an ihrem Fortwuchse behindert und auf-hält, schlechterdings nicht dulden dürfen.
Man untersuche demnach von derjenigenWoche an, in welcher der Stock verblüht hat,bis zur Zeit der völlig reifen Trauben, aller14 Tage Einmal, jedweden Weinranken (erhabe nun Frucht oder nicht *) aufs genaueste,und nehme ihm jedwedes Geitzränkgen, dichtüber dem Orte, an welchem es entsprang,durch Abbrechen oder Abschneiden, vollkom-men hinweg. Der unterhalb der TraubenS 5 her«
*) Hat er keine Frucht, so liegt uns doch wenig-stens daran, daß die beybehaltenen jungen Haupt-ranken ganz gewiß recht wohlgenährtes, vollkom-men reifes Holz erlangen, an welchem sie i«nnächsten Jahre Früchte bringen können.