Buch I. Kap. 2. §. 7.
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Feuer als Zeus, die Luft als Here, die Erde als A'idoneus, dasWasser als Nestis '). Seine Worte sind:
„Jetzt zuvörderst vernimm des Alls vielfältige Wurzeln:
„Feuer und AVasser und Erd’ und des Aethers unendliche Höhe;
„Daraus ward, was da war, was da sein wird, oder was nun ist.“ 1 2 )
Und an einer andern Stelle:
„Jetzt zuvörderst vernimm des Alls vielfältige AA 7 urzeln:
„Zeus glorreich, und Here Ernährerin, nebst A'idoneus,
„Nestis auch, die bethaut mit Thränen die sterbliche AAnmper.
„Aber zuäusserst entrückt war diesem A r ereine der Hader.“ 3 )AA T ie er sich nun das Zusammenwirken der beiden Urkräfte in denvier A\ r urzeln der Dinge vorgestellt, darüber geben folgende Versedie sicherste Auskunft. Einige Erläuterungen füge ich in denAnmerkungen hinzu. Denn wie sehr ich auch nach A 7 erständlich-keit des Ausdrucks strebte, etwas anderes ist die durchsichtigeKlarheit homerischer Rhapsodie, etwas anderes die gedankenreicheTiefe empedokleischer Speculation. Daher ich um Nachsicht bittefür meine Uebersetzungen. Die Zahl der A r erse bezieht sich auf Sturz.
.. . . . Grenzen der Kunde 4 * * )
Doppelte nenn’ ich. Denn jetzo verwuchs das Eins zum Alleinsein
1) Nfjarig bedeutet gewöhnlich nüchtern, und soll, aus lartjang ab-gekürzt, von Meiv essen herkommen. Das AVasser so zu nennen, wäre etwasnüchterne Poesie. AVie Sturz verrautliet, könnte aber die Xijaxig des Empe-dokles von vcmv, fliessen, rieseln, abgeleitet sein, also die Rieselnde be-deuten, was die gleich folgenden Verse zu bestätigen scheinen. Aidoneusbekanntlich für Pluton.
2) Bei Sturz Vers ICO —163.
3) Daselbst Vers 26 — 29.
4) Diesen Halbvers enthält das Original nicht. Er lässt sich aber ausVers 47 unbedenklich hinzufügen. Dort ergiebt auch der Zusammenhang,
was Empedokles unter Grenzen der Kunde verstand, nämlich die beidenAVendepunkte periodischer AVeltbildung, erstlich Vermischung und Vereinigung
der vier Wurzeln zu mannichfachen Gebilden unter dem Einfluss der Liebeund des Haders; und zweitens AViederzerfallen und Rückkehr derselben inden Zustand des formlosen Sphäros, den wir in einer später anzuführenden
Stelle näher werden kennen lernen.