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Buch I. Kap. 2. §. 8.
bis 3(34 und in seinem Commentar zu denjenigen Versen des Em-pedokles, worin Phytologisches berührt wird.
Aus Nikolaos entnehmen wir: 1) die Pflanzen wären ent-standen, bevor sich die AVelt vollständig ausgebildet hätte; 2) siebesässen wie die Thiere Verlangen, Gefühl der Lust und Unlust,ja Verstand und Einsicht; 3) auch die beiderlei Geschlechter fehltenihnen nicht, doch wäre das eine mit dem andern in ihnen ver-mischt, und hohe Bäume brächten Junge zur AA'elt. AVir wollensehen, wie das alles, gleichviel ob richtig oder falsch, doch mitden Grundansichten des Empedokles folgerecht zusammenhängt.
Gleich die erste Meinung bestätigt unser Pseudo-Plutarchos ')mit den AVorten: „zuerst unter den lebendigen AA'esen, sagt Em-pedokles , wären die Bäume aus der Erde hervorgegangen, bevornoch die Sonne dieselbe umschiffte, und Tag und Nacht sich ge-schieden hätten.“ An der Richtigkeit zweier so übereinstimmenderZeugnisse lässt sich nicht zweifeln; durch die Prosa des zweitenhört man die empedokleischen Verse beinahe noch durchklingen.Schwieriger ist der Zusammenhang dieser Meinung mit der Ge-sammtlehre des Empedokles aufzufinden. AYas Lommatzsch 1 2 )meint: „sollten ihn vielleicht gezweigte Formen der Crystallisationzu dieser Ansicht hingeleitet haben?“ — hat weder Grund nochWahrscheinlichkeit. Der Wahrheit näher bringt uns vielleichtfolgende Stelle des Theophrastos 3 ), aus der wir zugleich einenneuen Hauptpunkt empedokleischer Pflanzenlehre erfahren:
„Das Erzeugende ist ein Einiges und nicht so, wie es Em-pedokles scheidet, wenn er die Erde an die Wurzeln, denAetlier an die Zweige vertheilt, als wäre Eins vom anderngetrennt, und nicht aus Einer und derselben Kraft und Materieerzeugend.“ Dass unter Aetlier nichts weiter als Luft zu ver-stehen ist, folgt aus den beiden schon angeführten Versen desEmpedokles 50 und 161, worin bei Aufzählung der Elemente das