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Buch I. Kap. 2. §. 10.
kommt es auch weitere Adern nach oben wie nach unten zu, undjetzt zieht es aus der Erde nicht mehr bloss Wässriges an, son-dern auch Dichteres, Feisteres, in grösserer Menge, was dannvon der Sonne erwärmt in die Spitzen der Zweige treibt undFrucht wird nach Beschaffenheit dessen, woraus sie ward. Erstklein, wird sie gross, indem jedes Gewächs aus der Erde mehrKraft anzieht, als die war, daraus es entstand; und nicht nur aneinei - , sondern an mehrern zieht es an. Nachdem aber die Fruchtangesetzt, wird sie von dem Gewächs ernährt; denn was dasselbeaus der Erde anzieht, überliefert es der Frucht. Die Sonne aberkocht und stärkt die Frucht, indem sie das mehr Wässrige darauszu sich selbst zieht. So viel über das Erwachsen der Pflanzenaus Samen vermöge des Wassers und der Erde.“
„Durch Stecklinge aber entstehen Bäume aus Bäumen aufdiese Art. Am untern Ende gegen die Erde zu hat das Reis eineWunde, da wo es vom Stamm abgenommen ward, und von woaus sich die Wurzeln bilden. Sie entwickeln sich aber folgender-maassen. So weit die Pflanze in der Erde befindlich Nässe ausder Erde aufnimmt, schwillt sie an, und bekommt Athem; nichtso der über der Erde befindliche Theil. Der Athem und die Nässe,unten in der Pflanze verbunden, reissen, was von Kraft dasschwerste ist, abwärts, und daraus entstehen zarte Wurzeln. Sowie aber unten aufjjenommen wird, so zieht das Reis die Nässeaus der Wurzel an sich und überliefert sie dem überirdischen Theil.Nunmehr schwillt dieser Theil an, und bekommt Athem, und alles,was sich von leichter Kraft in der Pflanze befindet, schlägt inBlätter aus, und jetzt wächst die Pflanze sowohl nach oben wienach unten zu.“
„So verhält sich, was aus Samen, und was aus Stecklingenerwächst, hinsichtlich der Belaubung einander entgegengesetzt.Aus dem Samen entsteht zuerst das Blatt, und darauf werden ausdem untern Ende die Wurzeln entlassen; der Baum dagegen wur-zelt zuerst, und dann belaubt er sich. Der Grund davon ist, dassin dem Samen selbst Nässe in Menge ist, und dass die Erde, die
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