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Buch r. Kap. 2. §. 10.
<rros?e verdunstet. Darauf fährt der Verfasser, auf die Vegetationzurückkommend, fort:
,,Es ist nicht nothwendig, dass der Baum zweierlei Wärmeoder Kälte zugleich bekomme, um zu gedeihen, sondern wenn erWärme von oben bekommt, so muss er von unten Kälte bekom-men, und umgekehrt, wenn Kälte von oben, dann von unten Wärme;und was die Wurzeln anziehen, das theilen sie dem Baum mit,und eben so dieser den Wurzeln, so dass eine Ausgleichung derWärme und Kälte erfolgt. Gleichwie der Mensch, wenn er Speisein den Magen einnahm, die sich bei der Verdauung erwärmt, durchGetränke dem Magen Kälte darbieten muss, so muss auch beidem Baum der untere Theil dem obern und dieser jenem dasEntfregengesetzte darbieten. Deshalb wächst der Baum sowohlnach unten wie nach oben zu, weil seine Nahrung theils von untentheils von oben herkommt.“
„Und so lange er noch zart ist, trägt er keine Frucht. Ihmfehlt noch die feiste derbe Kraft, die nöthig ist, um Frucht aus-zuscheiden. Im Verlauf der Zeit aber, wenn die Adern in ihmsich erweiterten, bewirken sie in ihm von der Erde aus eine fetteund derbe Strömung; und da dieselbe leicht ist, so bewirkt diesich ergiessende Sonne, dass sie hervorbricht an den Spitzen derZweige, und Frucht wird. Und die dünne Flüssigkeit entziehtdie Sonne den Früchten, die dickere kocht und erhitzt sie undmacht sie süss. Bäume aber, die keine Frucht tragen, haben dieFettigkeit, die sie der Frucht abgeben sollten, nicht in sich.Jeder Baum aber, nachdem er allmälig erstarkte und Wurzelnschlug, hört gänzlich zu wachsen auf.“
„Bäume, die als Augen von andern Bäumen übertragen wur-den, und auf denselben zu Bäumen erwuchsen, gleichen in ihrerLebensweise und Frucht nicht denen, auf die sie übertragen wur-den, was auf folgende Art zugeht. Zuerst fängt das Auge an zutreiben, denn anfangs hat es noch Nahrung von dem Baum, vondem es genommen ward; sodann von dem, auf den es übertragenward. Nachdem es aber getrieben, sendet es zarte Wurzeln vonsich aus in den Baum, und nimmt nun zuerst von der Nässe des