Band 
Erster Band.
Seite
204
JPEG-Download
 

204

Buch III. Kap. 1. §. 26.

Einfällen und innerer Zerrüttung verschont zu bleiben; denn dervergeblich versuchte Abfall der Kyrenäer, die der ägyptischenHerrschaft unterworfen waren, so wie der lange Kampf um denBesitz Syriens Palästina’s und Phönikiens, Hessen Aegypten selbstin seinem Innern unberührt. Erst nach siebzehn Jahren unsre-störten Besitzes, nach dem Verlust der für den Seehandel iinmittelländischen Meere überaus wichtigen Insel Kypros, sah sichder Eagidc von seinem gefährlichsten Feind Antigonos in Aegyp-ten selbst, bedroht. Jetzt (306 v. Chr.) hielt Antigonos seinenWidersacher beinahe schon für vernichtet; er wasrtc es, der erstenachyAlexandros, sich den Titel König beizulegen, und bereiteteeinen furchtbaren Angriff auf Alexandrien vor. Aber Ptolemäos,weit entfernt sich durch den angemassten Titel einschüchtern zulas sen, erklärte sich desgleichen zum König, schlug im folgendenJahre den Antigonos für immer entscheidend zurück, nahm dar-auf noch den Beinamen eines Erretters, Soter, an, durch den ervon den nachfolgenden Königen Aegyptens , die alle Ptolemäosheissen, gewöhnlich unterschieden wird, und erfreute sich von dabis zu seinem Ende (283 v. Chr.) einer vollständig gesichertenHerrschaft.

Grieche von Geburt und Bildung, den Künsten des Friedenshold, freigebig und über unermessliche Reichtlnimer gebietend, dieAegypten als das fruchtbarste aller damals bekannten Länder, wieals Mittelpunkt des 'Welthandels darbot, und die zu centralisirender Tvrann keine Mordthat scheuete, war er ganz dazu fjeeijmet,so weit das von dem Willen eines Machthabers abhängt, wennnicht Aegypten, so doch Alexandrien zu hellenisiren und in wis-senschaftlicher Beziehung wenigstens scheinbar auf die Stufe zuerheben, von der Athen nur zu bald wieder herabsank. Mit gros-sem Aufwande zog er Künstler und Gelehrte aus Griechenland nach Alexandrien hinüber, bauete, ohne den ägyptischen Gottes-dienst zu vernachlässigen, griechische Tempel, sammelte Bücher,und bereitete so die Schöpfungen seines Sohnes, des PtolemäosPhiladelphos vor, das alexandrinische Museum und die Bi-bi iothek desBrucheion, wobei ihmDemetrios Phalereus,