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Buch III. Kap. 6. §.44.
im Pontos vermuthlich im Jahr 6G v. Chr. geboren, aus einervornehmen ohne Zweifel begüterten Familie halb griechischer halbkleinasiatischer Abkunft. Grammatik und Rhetorik studirte er an-fangs bei dem Peripatetiker Tyrann io in Amisos , dann beiAristodemos in Nysa . Von dort wandte er sich nach Seleukia,um beiXenarchos aristotelische Philosophie zu studiren. Gleich-wohl ergiebt sich aus zahlreichen Stellen seines Werks, dass ersich nicht zu den Peripatetikern sondern zu den Stoikern rechnete.Grosse Reisen vollendeten seine Bildung. Er selbst rühmt sichvon Armenien aus westlich bis nach Hetrurien, Sardinien gegen-über, und vom schwarzen Meer aus südlich bis nach Ober-Aegyptengekommen zu sein. An öffentlicheu Geschäften scheint er sichnicht betheiligt, sondern sein Leben ganz der Wissenschaft ge-widmet zu haben. Xach einem historischen Werk von drei undvierzig Büchern, welches wir nicht mehr besitzen, und welchesschon Suidas *) nicht mehr kannte, der nur von seiner Geographiein 17 Büchern spricht, schrieb er seine bis auf wenige Lückennoch vorhandene Geographie in siebzehn Büchern, und beendigtesie vermuthlich kurz vor seinem im Jahr 24 n. Chr. oder im 90.seines Alters erfolgten Tode * 1 2 ).
Zu den Gegenständen, welche der Geograph behandeln soll,
gen Kritiker der Arbeiten seiner Vorgänger, wiewohl auch seine Arbeit imEinzelnen der Kritik manche Blossen giebt. So sagt er, der ähnliche Ver-stösse Anderer so scharf rügt, unterandern §. 4: „In Buch XJ1, Seite 576meldet Strabon , dass die Stadt Kyzikus noch frei und selbstständig sei. Danun Kyzikus im Jahr 778, 25 J. nach Chr. ihre Freiheit verlor und den Rö-mern unterthänig wurde (Tacit. annal. IV, c. SG), so war Strabon in jenemJahre bereits verstorben.“ Folgt das? Konnte Strabon, nachdem er jeneWorte geschrieben, nicht noch sehr alt werden ? Doch ich sagte das nur, weilder alte Rector gegen ähnliche Missgriffe Anderer so streng ist. In der Sachehat er aus andern Gründen recht.
1) Suidas sub voce Zioc'ißiuv. Derselbe Artikel wiederholt sich bei ihmunter dem offenbar verdorbenen Namen Xtocatov.
2) Die Gründe dieser Zeitbestimmung werde ich in einer Anmerkungzum folgenden §. erörtern.