Buch IV. Kap. 2. §. 57.
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schaffenheit des Bodens, worauf sie wachsen. Wer diese Stellenin einer neueren Sprache ohne Angabe des Verfassers läse, könntein Versuchung kommen, sie einem Chemiker oder Physiologender neuesten Schule zuzuschreiben; so bestimmt wird darin dieVerschiedenheit der Pflanzensäfte nicht aus der Natur der Pflan-zen selbst, sondern lediglich der Nahrung, welche jsie empfangen,erklärt. Doch schwindet, die Täuschung, wenn als letzter Grundder Verschiedenheit der Erdsäfte nicht ihre chemische Beschaffen-heit, sondern der mehr oder minder spitze Winkel, unter welchemdie Sonnenstrahlen eine Gegend treffen, bezeichnet wird.
Die beiden letzten Bücher, von den Sonnenuhren, undvom Maschinenbau, enthalten viel Astronomie und Mechanik,Botanisches kommt darin nicht mehr vor.
§. 57.
Sein Leben.
Wann und wo er geboren war, ist unbekannt. Eine Sage,welcher der Marchese Maffei in seiner Verona illustrata 1 ) histori-schen Werth zu geben bemüht war, macht ihn zu einem Vero-nesen. Ihr Ursprung ist leicht zu errathen. Noch befindet sichan einem alten Bauwerk zu Verona folgende Inschrift: L. Vitru-vius L. L. Cerdo Architectus, „Lucius Vitruvius Cerdo der Archi-tekt, des Lucius Vitruvius Freigelassener.“ Weit öfter wiederholtsich der Geschlechtsname der Vitruvier auf Inschriften, die manin Unteritalien beiFormiä, dem heutigen Mola di Gaeta fand 2 );dort soll der König Alfonso nach dem Zeugnisse seines geheimenSecretärs 3 ) sogar die Grabschrift unseres Vitruvius gesehenhaben; und noch etwas südlicher bei Bajä fand man neuerlich
1) Maffei Veron. ilhstr. vol. III, pars II, pag. 44 ff. (nach Biihr).
Tiraboschi I, pag 26.9 edit. Roman.
3) Fabric. bibl. lalin I, pag. 4H1 edit Ernesti, mit dem Citat: Panormi-tanus de doct. (liess dictis et factis) Alphons. 1, pag. 47, apud Aen eam Sylv iumpag. 416 Opp. Bekanntlich commentirte letzterer die Schrift des AntonioBeceatelli Palermitano über seinen König.
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