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Dritter Band.
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Buch IX. Kap. 2. §. 5.

vertrieben wurden 1 ). Der heilige Ephraim, aus Nisibis bürtig,soll die dortige Christenschule gegründet, und nach der Eroberungder Stadt von da nach Edessa, dem heutigen Orfa, gleichfallsin Mesopotamien , doch weiter westlich, verlegt haben 2 ). Jeden-falls gab es auch in dieser Stadt schon früh eine christlicheSchule, die an Ruf bald alle andern des Landes überragte, undso lange blühete, bis sie als Opfer christlich sein wollender Un-duldsamkeit fiel. Ein zelotischer Bischof vertrieb 432 einen Theilder Lehrer; unter seinem milderen Nachfolger scheinen sie zurück-gekehrt zu sein. Bald darauf aber, 489, hob Zeno der Isaurier,wiederum aufgehetzt durch einen christlichen Bischof, die Anstaltganz auf 3 ). Dass dergleichen christliche Schulen in Syrien ausserder Theologie auch die profanen Wissenschaften anbaueten,beweist Assemani 4 ) durch zahlreiche Nachweisungen; eben so ge-wiss ist, dass sich durch ihren Einfluss neben der griechischenbald auch eine syrische Literatur entwickelte. Das Bediirf-niss beim Volksunterricht hatte eine syrische Uebersetzung desneuen Testaments hervorgerufen, die man für das älteste in syri-scher Sprache geschriebene Buch hält. Die Zeit ihrer Abfassungist zweifelhaft; Wenrich 5 ), auf den ich mich noch oft zu beru-fen Anlass finden werde, neigt sich zur Meinung derer, die sieans Ende des zweiten Jahrhunderts stellen. Dabei liess man esaber nicht bewenden, eine genauere Uebersetzung erschien im sech-sten, und ward im siebten Jahrhundert nochmals nach dem Origi-

1) Männert, Geogr. d. Griechen w. Runter I , Abtheil. IR S. 296.

2) As s eman. I. c. 111, pars IR p. 924.

3) 1b idem R pag. 353, II, pag. 402, III, pars 1, pag. 65 nota, pars II, pag. 926.

4) Ibidem I, prolog. §. 2, III, pars. 11, pag. 925, und an mehrern Orten.

5) J. G. Wenrich de auclorum Graecorum versionibus et commentariis SyriacisArabicis Armeniacis Persicisque commentatio etc. (praemio ornata). Lipsiae 1842. 8. Eine sorgfältig aus morgenländischen Quellen geschöpfte Geschichte desUebergangs vornehmlich der medicinisclien Kenntnisse der Griechen zu denauf dem Titel genannten Nationen. Hierher gehört pag. 5, wo auch die fol-genden Nachrichten bei Assemani nachgewiesen sind. Doch scheint tVenrichden Nikolaos Damaskenos, den ich bei Assemani nicht finde, mit Porphyriosverwechselt zu haben.