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Buch IX. Kap. 2. §. 5.
den, Andere wissen von einer so frühen Einwanderung griechischerAerzte in Persien überhaupt nichts, und die ganze Geschichte hataugenscheinlich das Ansehen einer zur Verherrlichung der späterenSchule erfundenen Legende, an dergleichen nächst Indien kein Landso reich ist wie Persien . Weit mehr Wahrscheinlichkeit hat die dritteHypothese, dass sich unter den gelehrten syrischen Ne3torianern,welche eine theologische Schule zu Gondischapur errichteten, auchAerzte befanden, die mit den theologischen zugleich medicinischeStudien verbanden. Ueberhaupt scheint medicinische Praxis einsder Hauptmittel gewesen zu sein, wodurch sich die Nestorianer inPersien Duldung, oft sogar die Gunst der Könige erwarben. Diechristliche Kirche zu Nischapur in der Provinz Khorasan unter-andern Hess König Schapur II . Dul-Ektav oder dessen Enkel Kö-nig Behram auf die Bitte des dortigen sehr geschickten ArztesThajaduros (Theodoros) erbauen 1 )» und Beispiele von ho-hen Geistlichen der orientalischen Kirche, die zugleich Aerztewaren, von Aerzten, die auf die Besetzung hoher Kirchenämterentscheidenden Einfluss ausübten, kommen häufig vor; einige der-selben werde ich gleich anzuführen Gelegenheit finden. In einemfreilich etwas späten Reglement für die Schulen der Nestorianervor Theodosios 2 ), erst Metropoliten von Gondischapur, seit 852Patriarchen, wird der Gang der Studien genau vorgeschrieben, unddiejenigen, welche sich der Medicin widmen wollten, mussten sichdazu durch bestimmte christlich asketische Uebungen vorbereiten.Damals standen demnach die medicinischen und theologischen Stu-dien in den Schulen der Nestorianer überhaupt, nicht bloss zuGondischapur, in genauester Verbindung; sollte dieses Band nichtein ursprüngliches gewesen sein? Dies vorausgesetzt, war die me-dicinische Schule zu Gondischapur grade so alt wie diedortige Metropolitankirche. Der Archimandrit Bademus,