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Buch X. Kap. 1. §.11.
Zustand während der Herrschaft der Ommajaden.“ —Erst die Literatur der dritten Periode war bestimmt, dem Abendlandeeinen neuen mächtigen Impuls zu geben, und verdient auch an sichunsere Anerkennung. Die der vierten blieb uns bis auf die neuesteZeit beinahe gänzlich unbekannt, und vermöge ihrer Armseligkeitohne Wirkung.
Indem ich mich nun sofort zur zweiten Periode wende, ver-schiebe ich noch alles, was etwa über den Geist der arabischenLiteratur und Pflanzenkunde zu sagen wäre, bis ins nächste Ka-pitel, und beschränke mich hier auf eine strenge Kritik dessen,was uns über medicinische Anstalten und Schriftsteller aus derzweiten Periode mehr nur angedeutet, als vollständig und glaub-haft überliefert wird. Es wird von dem Wenigen, was überhauptvorliegt, noch viel weniger als zuverlässig stehen bleiben. Einsolches Verfahren scheint mir um so nöthiger, je öfter man im Ge-gentheil hinter einigen schlecht begründeten Zeugnissen und ge-legentlich hingeworfenen Aeusserungen noch weit mehr suchte, alssie, selbst wenn man ihnen aufs Wort glaubt, enthalten.
„Der erste zur Zeit des Islam, welcher ein Hospital und Kran-kenhaus stiftete, erzählt Maqrizi nach Wüstenfelds Uebersetzung'),war el-Welid Ben Abd el-Melik (der sechste Ommajaden - Chalif,regierte 86 — 96 der Iligradt oder 705 — 715 n. Chr.), und er warauch der erste, welcher ein Fremdenhospital anlegte, und das ge-schah im Jahre 88 (707). Er stellte in dem Hospital Aerzte an,und bestritt ihre Ausgaben; er befahl die Aussätzigen einzusperren,damit sie nicht auf die Strassen gingen, und sorgte für ihre undder Blinden Bedürfnisse.“ — Andere Anstalten der Art waren vielfrüher, wie wir gesehen haben in Persien , später, wie wir sehenwerden, auch in Arabien zugleich Heil- und Lehranstalten. Das wirdvon dieser nicht jjesasrt, und ich hüte mich wohl es vorauszusetzen.Doch schon dass bestimmte Aerzte dabei angestellt und besoldetwaren, ist in so früher Zeit überraschend. Die Aerzte der Anstaltwaren vermuthlich, wie die meisten frühem Aerzte der Moslimen,
1) Im Janus, herausgegeben von llens chel , Band 7, 1846, Seite 29.