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Dritter Band.
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Buch X. Kap. 2. §. 12.

des unverwüstlichen Dranges, der die Menschen nach jeder Ver-irrung jeder Verwilderung stets wieder zu ihr znrückführt.

Als vornehmstes Hemmniss kommt der Islam in Betracht.Wer kennt nicht die von Abul Farag 1 ) uns aufbewahrte, ihm sooft nacherzählte Sage von Omar, dem zweiten Nachfolger des Pro-feten? Nachdem sein Feldherr Amrü, so wird erzählt, Alexandrien erobert hatte, erbat sich der griechische Grammatiker Johannesdie in der Stadt erbeuteten philosophischen Bücher. Amru, derihm wohlwollte, und von den Büchern keinen Gebrauch zu ma-chen wusste, hatte nichts dagegen, nur meinte er erst Omar’s Be-fehle einholen zu müssen. Dieser erwiederte: „Entweder stimmendie Bücher, von denen du schreibst, mit dem Koran überein, odernicht, ln jenem Fall genügt dieser, in diesem taugen sie nicht.Also vernichte sie.“ — Dieselbe Geschichte erzählt Ibn Chaldän 2 )von Said Ben Abi Waqäsz, dem Eroberer Persiens für den Cbalifen Omar, und von der gesammten persischen Literatur, die eraus demselben Grunde auf Omars Befehl vernichtet haben soll.Ein persischer Historiker 3 ) überträgt sie mit noch allerlei Specia-litäten auf Abdallah Ben Taher, Statthalter von Chorasän zur Zeitder Abbasiden. Ihm sei zu Nischapur ein Buch überreicht, heisstes. — „Und was enthält es?“ fragte der Amir. — „Die LiebeWamik’s und Adhra’s, einen trefflichen, dem Könige Nuschirwanvon dem weisen Verfasser gewidmeten Roman.“ — „Also ein Buchder Magier. Wir lesen nur den Koran und die Ueberlieferungendes Profeten.“ — Sofort befahl er dies und alle persischen Bücher,die man in seiner Provinz fände, in’s Wasser zu werfen. Der Er-zähler fügt hinzu, das sei der Grund, warum man bis auf Samaniskeine persischen Gedichte fände. — Mögen das Erdichtungen sein,jedenfalls bezeichnen sie und ihre öftere Wiederholung den Stand-punkt des ächten Moslim’s der Wissenschaft gegenüber und denWiderstand, den der Koran ihrer freien Bewegung entgegenstellte.

1) Abulpharagii hist. dynast. pag. 114.

*2) Bei Haji Kkalfa , edid. Fluegel , vol. 111 , pag. 90.

3) Bei de Sacy in dessen Uebersetzung des Ab d- Allatif pag. 628.