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Buch X. Kap. 2. §. 14.
Abd ArraHmän an seine Palme.
Auch du, schlank aufgewachsne Palme,
Bist Fremdling so wie ich allhier.
Algarbien’s Schmeichellüfte säuselnLiebkosend durch die Locken dir.
Nahrhafter Boden hegt die Wurzel,
Die Krone strebt zum Himmel auf.
Doch Baum, vermöchtest du zu fühlen,
Du hemmtest nicht der Thränen Lauf.
Dich rührt kein Unbestand des Schicksals,
So peinigend fürs Menschenherz;
Indessen ich in Thränen badeBeim nagenden Erinnrungsschmerz.
Ich tränkte mit des Auges QuellenDen Palmenwald im Eufratthal,
Mich überlassen dankvergessenSo Strom wie Palmen meiner Qual,
Der Qual, dass mich Geschickestücke,
Der Benu Abba’s wildes SchwerdtBeraubten all der süssen Pfänder,
Die nur die Heimath uns gewährt.
Du bist, o wohl dir! keiner SehnsuchtZum Vaterlande dir bewusst;
Doch mich, so oft ich sein sedenke,
Mich überwältigt sein Verlust.
So bereitete Abd Arraliman 1. zu Cordova, wie sein Zeitge-noss Almanszür zu Bagdad , die sogenannte goldene Zeit vor. Erselbst konnte sie noch nicht herbeizaubern, denn den Künsten undWissenschaften genügt die Gunst des Augenblicks nicht, sie be-dürfen der langsamen stetigen Entwickelung, und entfalten sichdaher oft erst lange nachdem die Sonne am politischen Horizontdie höchste Höhe erreicht hatte. Für Spanien trat diese Periode