Band 
Dritter Band.
Seite
129
JPEG-Download
 

129

Buch X. Kap. 2. §. 14.

schrieb ein Werk über die öffentlichen Bibliotheken Spaniens biszum Jahr 1126, dessen Handschrift in der Bibliothek des Escurialsdie Jahreszahl 1312 trägt. Er zählt derselben 70 auf, und nenntdabei von spanischen Schriftstellern aus Cordova 150, aus Almeria 52, aus Murcia 61, aus Portugal 25, au3 Malaga 53, ausser denenaus Granada, Valencia u. s. w., deren Zahl wir nicht kennen.

Gleichwohl fanden die strengen Wissenschaften geraumeZeit hindurch an den Ufern des Guadalquivir weniger Nahrung,als an denen des Eufi at und Tigris. Wozu hätte sonst auch AbdArralhnän III. den Hofmeister seines Sohnes, und der Sohn selbstso viel andere Gelehrte mit grossen Kosten aus dem Orient her-beigtezosren? Unter den von Wüstenfeld aufgezählten arabischenAerzten und Naturforschern ist nr. 106 ein uns unbekannter Secre-tär Abd Arralimän’s III. und seines Sohnes der erste Spanier. Erstum dieselbe Zeit begegnen wir auch einigen wirklich berühmtenspanischen Gelehrten, dem schon genannten Leibarzt Abd ArraK-män’s, Abul Qäsim Azzahräwi 1 ) dessen Chirurgie wir nochbesitzen; dem Ibn G’olgol, der unter dem Chalifen Hischäm II.zwischen 976 und 1001 bliihete; dem Ibn Yafid, geboren 997und gestorben 1068 oder noch später, von welchen beiden ich ausführ-licher sprechen werde. Nun erst, also nach Ablauf des gewöhnlichsogenannten goldenen Zeitalters, mehren sich allmälig die ausge-zeichneten Schriftsteller in Spanien , gehen bis ins dreizehnte Jahr-hundert hinab, und überbieten zuletzt die orientalischen an Zahlund Werth. Ich nenne vorläufig nur den Philosophen Ibn Ro-schid (Agerroes) gestorben 1198, den Georgiker Ibn Alaw-wäm aus demselben Jahrhundert, und den Botaniker Ibn Baithär,gestorben 1248.

1) Die Angaben der Zeit seines Todes gehen um mehr als 100 Jahr auseinander, wie man bei Wüstenfeld sehen kann unter nr. 147. Mir scheintdie Zeit des Herrn, dem er diente, eine sichrere Zeitbestimmung zu liefernals jede andere Jahreszahl.

Meyer, Gesch. d. Botanik. III.

9