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Dritter Band.
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Buch X. Kap. 4. §. 28.

§. 28.

Ibn Roschid (Averroes ) und Müsa oder Moses BenM aimün (Maimonides 1.

ln der Geschichte arabischer Philosophie zwei glänzendeNamen, minder glänzend in der der Medicin und vollends der Bo-tanik, doch ihres nachhaltigen Einflusses wegen, und weil ihreSchriften uns gedruckt vorliegen, nicht zu übergehen.

Abul Walid Moliammad Ben Alimad Ibn Roschid,woraus seine spanisch-jüdischen Uebersetzer Averroes machten,war zu Anfang des sechsten Jahrhunderts der Higradt von vor-nehmen Aeltern zu Cordova geboren, und bekleidete erst zu Se-villa , dann in seiner Vaterstadt das Amt eines Qädln oder Richters.Ja als Jaqüb Ben J usu f Ibn A b d a lmümi n, Beherrscherderbeiden Reiche Marokko und Andälos, im Jahr 591 (1195) an derSpitze seiner ganzen Kriegsmacht gegen das christliche KönigreichCastilien auszog, übertrug er unserin Qädln sogar die Statthalter-schaft über ganz Andälos. Doch nur zu rasch folgte dieser Er-hebung der Sturz. Des Unglaubens und der Majestätsbeleidigungvon seinen Feinden angeklagt, ward er entsetzt und nach Annisäba,einem kleinen nur von Juden bewohnten Ort in der Gegend vonCordova verbannt. Erst 595 (1198) begnadigte ihn der König wie-der, und starb gleich darauf. Sein Sohn und Nachfolger Moham-mad berief nun den Ibn Roschid an seinen Hof nach Marokko .Dieser begab sich sogleich dahin, starb aber noch in demselbenJahre in hohem Alter. So berichtet Ibn Abi Oszaibiah (bei Wü-stenfeld nr. 191). Was die neuern Geschichtschreiber der Philo-sophie wie der Medicin sonst noch von seinem Leben gar um-ständlich zu erzählen wissen, entlehnten sie sännntlich dem höchstunzuverlässigen Leo Africanus *); daher es besser unberücksich-tigt bleibt. Die Aussage beider Biographen, Ibn Roschid hättesich nächst der Gesetzkunde, die sein Beruf als Qädhi foderte,vornehmlich auf Philosophie und Medicin gelegt, bestätigen seine

I) Leo Africanvs in Fabricii biblioth . graeca Ä7/7, pag. 282 sgg.