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Buch X. Kap. 4. §. 30.
Auch fehlt wenigstens unsrer Uebersetzung jede Zueignung. IbnBaithär starb zu Damaskus im Jahr 646 (1248). Ich hob diekleinen Irrthümer Ibn Abi Oszaibiah’s hervor, nicht weil mir vieldarauf anzukommen schien, sondern um an diesem Beispiel zuzeigen, wie selbst einer der zuverlässigsten arabischen Biographen,sogar wenn er von einem ihm selbst befreundeten Zeitgenossenspricht, immer noch einer kritischen Controle bedarf.
Ibn Baithär’s berühmtes Werk war handschriftlich schon frühin Europa bekannt; schon Alpagus Bellunensis, ja schonSimon Januensis kannten und benutzten es. Aufmerksamerauf seinen hohen Werth ward man erst durch Casiri, der es nachseiner Art unmässig lobt, und durch den Gebrauch, den einigeNeuere, wie de Sacy, davon machten. Immer lebhafter ward dasVerlangen nach einem Abdruck des ganzen Werks, und gab mei-nem ehemaligen Collegen, dem früh gestorbenen Dietz, den Haupt-antrieb zur Ausdehnung seiner grossen wissenschaftlichen Reise bisnach Madrid . Gleich nach seiner Rückkunft erschienen seine
Analecta medica ex libris mss. Primum edidit Fr. R. Dietz*Fasciculus I (et unicus), in quo insunt:
1. Elenchus materiae medicae Ibn Beitharis Malacensissecundum Codices mss. Arabicos Escurialenses, Matritenses,Parisiensem, Hamburgensem. Pars I.
2. Catalogus codicum mss. de re medica Sanscritorum Londinen-sium.
Lipsiae 1833. 8.
Dieser Elenchus enthält die schon erwähnte Biographie Ibn Bai-th&r’s, eine ausführliche Beurtheilung seines Werks, und einen Aus-zug aus den beiden ersten Buchstaben desselben. Das Urtheilüber Ibn Baithär fiel sehr ungünstig aus. Als klassisch gebildeterPhilolog stiess sich Dietz an der unbehiilflichen Form arabisch-didaktischer Darstellung in zusammengelesenen Excerpten, zwi-schen denen das eigene Urtheil selten hindurchschimmert; als fa-natisch-hippokratischer Praktiker fand er die Armuth an eigenentherapeutischen Beobachtungen gradezu verächtlich, und den bota-nischen Gehalt zu würdigen fehlte ihm die Einsicht, Der dürftige