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Buch X. Kap. 4. §. 23.
Osten kommen, niemals umgekehrt, und Kap. 145 setzt er sogarsein „bei uns“ dem Orient gradezu entgegen, indem er behaup-tet, die Kirschen in seiner Gegend wären eine andere Art als diedes Orients. Man könnte mir entgegnen, dass weder Ibn Baithärihn, noch er jenen citirt, was man doch erwarten sollte, wenn beidegleichzeitig oder nicht gar zu lange nach einander in derselbenGegend gelebt hätten. Allein beide befolgten den acht arabi-schen Grundsatz, die Kette ihrer Excerpte ohne Noth durch keineigenes Wort zu unterbrechen, so streng, dass fast keiner demandern Gelegenheit zu einem Citate übrig lässt. Desto öfter citi-ren beide genau dieselben Worte derselben Schriftsteller. Es wäreleicht möglich, dass dabei einer den andern ausgeschrieben hätte,ohne ihn selbst zu nennen.
Serapions Werk selbst besteht aus einer kurzem generellen,und einer ziemlich umfangreichen speciellen IleiImi 11ellehre,welche allein in 462 Kapiteln von eben so viel Heilmitteln handelt.Voran gehen in 365 Kapiteln die vegetabilischen, denen diemineralischen folgen; die animalischen machen den Schluss. Injeder der drei Abtheilungen sind die Mittel zunächst nach ihrensogenannten Elementarqualitäten classificirt, in jeder Klasse endlichnach dem Alphabet geordnet. Des Verfassers Hauptzweck warseiner Vorrede gemäss, die beiden Werke des Dioskorides unddes Galenos in eins zu verschmelzen, und das bei den Arabern(? auch hier sagt er „bei uns“) Gebräuchliche aus andern Büchernhinzuzufügen. Abgesehen von der eigenthümlichen Classificationder Mittel, hat sein Werk also mit dem des Lbn Baithär ziemlichgleichen Zuschnitt; doch fehlt ihm die reiche Synonymie, die Zahlder benutzten Schriftsteller ist wenigstens nicht so gross, wiewohlsie sich leicht gegen fünfzig belaufen mag, und folglich haben vieleArtikel etwas geringeren Umfang. Ehemals war Serapion unsereHauptquelle für arabische Pflanzenkunde, seitdem wir Ibn Baithärkennen lernten, hat er viel von seiner frühem Bedeutung verloren.Indessen bleibt die Vergleichung beider noch immer lehrreich, nichtnur weil Serapion doch auch manches giebt, was Ibn Baithär über-geht, sondern auch weil die Uebersetzungen beider eine die andre