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Buch XII. Kap. 2. §. 9.
Roger Bacon , sein jüngerer Zeitgenosse, rechnet ihn zu denwenigen des Griechischen kundigen Männern jener Zeit 1 ), undViele halten ihn für den Uebersetzer einiger aristotelischen Werkeaus dem Griechischen ins Lateinische. Seine Schriften, so weitich sie kenne, verrathen indes« nichts davon, weder klassischenoch wahrhaft philosophische Bildung, kaum den wahrhaft gelehr-ten Theologen, wiewohl ihm eine ins Allgemeine gehende Gelehr-samkeit nicht abzusprechen ist, sondern vor allem den frommenreligiösen Schwärmer voll kindlicher Hinneigung zur Natur. DieMehrzahl seiner Schriften besteht aus Heiligenlegenden. DasBonum universale de proprietatibus apum, woraus Einigemit Unrecht eine zoologische Monographie machen wollten, istvielmehr eine Sammlung erbaulicher meist wunderbarer Geschich-ten älterer und neuerer Zeit zum Vorlesen in den Klöstern. Weildie Bienen gewissermassen ein klösterliches Leben führen, soknüpfte Thomas seine Erzählungen an das, was er von den Bienenzu sagen wusste, so dass sich das Ganze zu einer nicht ganz un-poetischen Allegorie verwebt. Das Werk ist werthvoll für dieLiterargeschichte seiner Zeit wegen der vielfachen Züge aus demLeben gelehrter Zeitgenossen; dem Naturforscher bietet es nichtsdar, was nicht schon das Werk de naturis reruin enthielte, dasjenem vorausging. Fünfzehn Jahr lang hatte er an diesem ge-sammelt, als er jenes im Jahr 1256 zu schreiben begann. Ob nundas Werk des Bartholomäus Anglicus de proprietatibusrer um oder das des Thomas Cantipratensis de naturisrerum ein oder einige Jahr jünger oder älter sei, oder beide ganzgleichzeitig erschienen, dürfte schwer zu ermitteln sein, und scheintmir fast gleichgültig, da offenbar keiner der beiden Verfasser denandern benutzte oder auch nur kannte.
Den Inhalt des seinigen giebt Thomas im Prolog also an:
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]) Rog. Bacon opits majus. London 1733 , in fol ., pag. 43. Er nennt ihnThomas venerabilis antistes St. David . Ich folge dem gelehrten Ken-ner der Literatur des Mittelalters Jourdain (Ge&ch. der aristotelischen Schriftenim Mittelalter; übersetzt von Stahr , S. 56 und 6ö) , indem ich jene \\ orte aufunsern Thomas de Cantiprato beziehe.