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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 1. §. 34.

der Herzog ein Landgut, wo ebenfalls ein botanischer Garteneingerichtet wurde. Er sammelte das reichste Herbarium seinerZeit.“ — Als ich den Quellen dieser Angaben nachforschte, stiessich statt der Bestätigung auf lauter Zweifel. Die herzoglichenGartenanlagen zu Belriguardo unweit Ferrara , und das Belvedereauf der Po-Insel, sind wegen ihrer Anmuth berühmt. Von letzte-rem spricht auch Brasavola in seiner Epistola nuncupatoria, womiter dem Herzog seine Examen omnium simplicium überreichte. Erenthielt eine reiche Orangerie, von andern Seltenheiten des Gar-tens sagt Brasavola kein Wort. Konrad Gesner , der in seinerSchrift de Ilortis Germaniae auch der bedeutendsten italiänischenGärten gedenkt, übergeht die bei Ferrara ganz. Amatus Lusitanus ,ein Freund und Bewunderer Brasavola’s, der sich hauptsächlichder Pflanzenkunde wegen sechs Jahr zu Ferrara aufgehalten hatte,und das Personal und die wissenschaftlichen Ilülfsmittel der dor-tigen Universität nicht genug zu rühmen weiss *), spricht oft vonden seltenen Pflanzen, die er im anmuthijjen und reichen Garteneines dasigen vornehmen Herrn Namens Aznjolus gesehen 1 2 ), derherzoglichen Gärten gedenkt er kein einziges mal. Auch vonBrasavola’s Privatgarten sagt er nichts, was mir sogar diesenals botanischen Garten verdächtig macht, obgleich Tiraboschi 3 ),der aus Castellani’s sorgfältiger Biographie des Brasavola schöpfte,versichert, Brasavola hätte mit vieler Sorgfalt und nicht geringenKosten einen Garten unterhalten, worin er die seltenem Pflanzengezogen. Vielleicht erhielt er ihn erst nach seines Freundes Ent-fernung von Ferrara im Jahr 1547, oder sein Biograph setzte will-kürlich voraus, der Garten eines Botanikers müsse ein botanischer

1) Die Hauptstelle mag hier Platz finden. Amati Lusilaui in /Jioscorid.lib. IV, enarralio 3: „Ferraria, ad quam, quieunque de re herbaria veluti de bonamedicina exaclain notitiam habere desiderat, accedat consulo. Sunt enim Ferrarien-ses, coelesti quodam influxu favcnte, medici doctissimi ac rerum naturalium cognoscen-darum diligenhssimi. Qua de causa apud eos per sex annos nunquam poenitendoscommorati sumus“

2) Amati Lusitani enarrationes in Dioscoridem, libro II, enarr. 172, lib.111, enarr. 16 et 24i, lib. IV, enarr. HO.

3) Tir abo s chi tom. VII, part. II, pag. 67,