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Buch XIV. Kap. 3. §. 39.
augsburger ulmer strasburger und ortslosen Ausgaben sämmtlichso viel schlechtere Abbildungen haben sollen. Die der augsburgervon 1493, welche ich besitze, stehen mit denen des Aggregatorpracticus grossentheils noch auf gleich niedriger Stufe, ausgenom-men einige, die den lübeckern, die ich für älter halte, offenbarnachgeahmt sind, wiewohl ungeschickt und in weit kleinerem Maas-stabe. Leider schweigt Trew über die Manier des Schnitts dermainzer Ausgabe; in der lübecker bestehen viele aus blossen, nurzu groben Umrissen und Hauptnerven der Blätter; dickere Stengel,Früchte, gebogen dargestellte Blätter sind einfach und verständigschraffirt; übertrieben scharf sind oft, doch nicht immer die Ser-raturen der Blätter ausgedrückt; vor allem lobenswerth ist aber invielen Bildern die richtige Zeichnung mannichfacher Biegungenund Verkürzungen breiterer Blätter. Uebrigens verrathen verschie-dene Bilder eine verschiedene Hand; denn es fehlt nicht an solchen,wie sie der Aggregator practicus hat, von kleinerem Format, schlech-terer Zeichnung und sinnloser Erfindung, wie z. B. Xarcissus, Zweigemit lancettlichen gegenständigen Blättern und zwei phantastischenBlumenkelchen, woraus Kinder arabeskenartig den halben Leiberheben. Ob das in der mainzer Ausgabe auch so ist ? Vielleichtwaren einige Original-Formen verloren gegangen, und wurdendurch handwerksmässige Sudeleien ersetzt.
Von andern mit Pflanzenabbildungen versehenen Büchern bisauf Brunfels und Egenolf ist wenig zu sagen. Ich übergehe denlateinischen Ortus sanitatis ohne Ort und Jahrszahl undseine Wiederholung von 1517, den lateinischen und den deut-schen Petrus de Crescenciis ohne Ort und Jahrszahl undmehrere datirte Drucke des letztem, worin nur die Zeichnungmancher Gengrebilder lobenswerth ist; ich übergehe ferner diedatirten und undatirten Ausgaben des Grant h er bi er en Francoy s,und die undatirten Ausgaben des Macer Floridus . In denbeiden ersten Werken wiederholen sich meist die uns schon be-kannten Figuren der mittlern schlechten Ausgaben des Gart derGesundheit, nur wenige neue, doch kaum bessere, kommenhinzu. Die bezeichneten Ausgaben der beiden letztem Werke