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Vierter Band.
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Buch XV. §. 40.

weise nach der Leichtigkeit und Eleganz ihres ciceronianischenAusdrucks. Verwiesen die bedeutenderen italiänischen Botanikerdennoch auf die Natur, bereicherten sie die Wissenschaft auchmit manchem eignen Beobachtungen, so geschah das doch wenigeraus reinem Natursinn, als in der Hoffnung auf diesem Wege demvölligen Verständnis der Alten näher zu kommen, wie das vorAndern der treffliche Maranta ganz offen ausspricht. Auch überDeutschland Latte sicli zwar der Eifer für klassische Studien aus-crebreitet, doch gemässigter. Hier in weiterer Entfernung von denGegenden, worin die Alten botanisirt hatten, Hess sich leichtererkennen, dass jedes Land seine eigenthiimliche Flora besitzt. Hierentwickelte sich die hier erfundene Kunst des Holzschnitts, dieden grössten Einfluss auf die Pflanzenkunde gewann, und geraumeZeit fast nur von Deutschen ausgeübt ward, zu einer von andernNationen unerreichten Höhe. Noch jetzt prangen einige vondeutschen Meistern jener Zeit mit Holzschnitten ausgestattete Kräu-terbücher ebenso in den Sammlungen der Kunstkenner, wie in denBibliotheken der Botaniker. Und dann dürfen wir unter den för-dernden Momenten deutscher Pflanzenkunde des Jahrhunderts auchdie Reformation nicht übersehen. Wo sie in ursprünglicher Reinheitauftrat, und so lange sie sich darin erhielt, ertheilte sie den Geisterneine Spannkraft, deren Tragweite sich gar nicht ermessen lässt;und wo sie im Gegentheil nur zu bald ausartete in hohles Gezänkum Glaubensformeln, wo sich unlautere Hintergedanken hinter derMaske religiöser Ueberzeugungen versteckten, wo der Fanatismussein Panier entfaltete, flüchtete damals wie noch jetzt manchesedle Gemüth in die entlegensten Regionen der Wissenschaft, Trostsuchend bei der am ewigen Ankergrunde festliegenden Natur.Oder wäre es Zufall, dass sich beinahe sämmtliche deutsche Väterder Pflanzenkunde zum Protestantismus bekannten 1 )? dass soviele derselben von der Theologie oder Jurisprudenz, ja vomKlosterleben, übergingen zur Medicin und Botanik? Längst be-

1) Unter allen, von denen ich im ersten Kapitel dieses Buchs sprechenwerde, blieb nur Dodoniius ein Katholik.