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Buch XV. Kap. 1. §. 41.
ein wunderbares Ding um den Aberglauben. Ganz frei davon warvielleicht noch niemand, in verschiedener Gestalt bemächtigt ersich der stärksten wie der schwächsten Geister, als wäre er einunentbehrliches Bedürfniss der menschlichen Natur. Die Geschichteder Wissenschaft kann ihn als etwas unter ihrer Würde liegendesstillschweigend übergehen; besser thut sie, ihn grade ins Auge zufassen. Denn wer weiss, ob nicht derselbe Aberglaube, weshalb wirunsre Vorfahren bespötteln, schon im Begriff ist, unter veränder-tem Namen uns selbst wieder zu beschleichen? Und endlich liegtzwischen entschiedenem Aberglauben und eben so entschiedenerWahrheit, wie wir bei Porta bestätigt finden werden, oft eine sofeine Grenzlinie, dass schwer zu sagen ist, wo jener aufhört unddiese anhebt. Ja sogar dem Aberglauben selbst kann ein klarerwohlbegründeter Gedanke zum Grunde liegen, dem es nur nochan der rechten Entwicklung fehlt. Das zur Rechtfertigung meinesSchlusskapitels in diesem Buche.
Erstes Kapitel.
Die deutschen Väter der Pflanzenkunde.
§. 41.
Die deutschen Väter der Pflanzenkunde nennt Sprengel miteinem Ausdruck, der erhalten zu werden verdient, die Reihe derMänner, an deren Spitze als würdiges Vorbild Otto Brunfels steht. Leider fehlt mir die Hauptquelle seiner Biographie, diegleich nach seinem Tode erschienene Vorrede des BuchdruckersGeorg Ulrich zu seinen Annotationes in quatuor Evangelia,Argentorati 1535 in fol. Das Werk muss selten sein. KonradGesner gedenkt seiner und benutzte es zu dem langen ArtikelOtto Brunfelsius in seiner Bibliotheca universalis, nach ihm keinAnderer, auch nicht Melchior Adam, dessen Vitae Germanico -