Band 
Vierter Band.
Seite
318
JPEG-Download
 

318

Buch XV. Kap. 1. §. 44.

Im Jahr 1542 ging er nach Italien , verweilte die beiden erstenJahre zu Padua Ferrara und Bologna , und ging dann in Beglei-tung zweier Freunde und eines Dieners über Florenz Pisa Lucca und Livorno nach Rom , nicht auf gradem Wege, sondern unge-achtet der glühenden Hitze des Spätsommers bald unwegsameGebirgsgegenden, bald sumpfige Ebenen, bald dürre Küstenstreckenmit äusserster Anstrengung theils reitend theils zu Fuss durchziehend.Die ganze Gesellschaft büsste dieses Wagstück mit entkräftendenFieberanfällen, vor allen Cordus, der noch dazu das Unglück hatte,durch den Hufschlag eines Pferdes am Schenkel beschädigt zuwerden, und sich nur mit Noth bis Rom fortschleppen konnte.Kaum angelangt, verfiel er in eine schwere Krankheit, die zwarbald den Schein der Besserung annahm, dann aber verstärkt zurück-kehrte und im September 1544 dem viel verheissenden Leben desneun und zwanzigjährigen Jünglings ein Ende machte. Einerseiner Freunde, Hieronymus Schreiber , der wenige Tagenach ihm in Rom eintraf und ihn pflegte, bis er ihn in der Hoff-nung baldiger vollständiger Herstellung verliess, und nach Neapel ging, von wö nach einigen Wochen zurückgekehrt er nur nochseinen Grabhügel fand, schildert uns in einem Schreiben, welchesin beiden Ausgaben des fünften Buchs der Historia stirpiumValerii Cordi abgedruckt ist, seine letzte Reise und Krankheitsowie die Hindernisse, welche die katholische Geistlichkeit zu Rom seinem Begräbniss entgegensetzte.

Cordus selbst hat gar nichts drucken lassen, nicht einmal seinDispensatorium, das einzige von ihm, was noch vor seinemTode erschien. Er sammelte es auf Veranlassung seines Oheims,des Apotheker Joachim Johannes Ralla in Leipzig , durchwelchen es dem Magistrat der Stadt Nürnberg vorgelegt und zumDruck befördert ward.

Die Annotationes ad Dioscoridem wurden erst fünfJahr nach des Cordus Tode nach dem Collegienhefte eines seinerZuhörer abgedruckt, und zwar als Anhang zu der durch Riviusbesorgten Ausgabe der Uebersetzung des Dioskorides von Ruellius,Francofurti apud Christ. Egenolph 1549 in fol., worin sich auch