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Buch XV. Kap. 1. §. 44.
arbeitet, und enthalten die Beschreibungen der von Cordus inDeutschland beobachteten Pflanzen. Die Abbildungen inHolzschnitten hat Gesner hinzugefügt. Da der Verleger als seinesVaters Erbe die von diesem zu Bocks Kräuterbuch benutztenFormen besass, so wurden dieselben hier so weit wie möglichzuin zweiten mal benutzt. Doch sorgte Gesner, dass Tragus beijeder von ihm geborgten Figur citirt würde. Nur zu etwas überfünfzig Pflanzen, die bei Bock fehlen, lieferte Gesner die Zeich-nungen , einige aus andern Büchern, die er gewissenhaft nennt,die meisten aus seinem eignen Vorrath. Wenige Pflanzen, dieauch er nicht kannte, blieben unabgebildet. Der künstlerischeWerth dieser gesnerschen Figuren ist mittelmässig. Auch bei derRedaction dieses Werks benutzte Gesner ausser der Original-IIandschrift, welche der Prediger Georg Aemilius zu Stolberg am Harz besass, eine zweite Abschrift, beide mit Randglossenihrer Besitzer versehen, die Gesner mit abdrucken Hess. Unddabei schlich sich ein wunderlicher Irrthum ein, ein bibliographi-sches Räthsel, welches erst Thalius in seiner Sylva Ilercynica')löste. Aemilius pflegte in seinen Randglossen den Namen Cordusdurch ein Anagramm auszudrücken, durch die Figur einesHerzens und die darangehängten Buchstaben dus. Dafür lasund druckte der Schriftsetzer Odus; und so steht z. B Lib. I,cap. 15 am Ende die Glosse: „Hindtleube. Est scordiummontanum Odi,“ und eben so öfter. Auch diesem Werke fehltdes Verfassers letzte Hand. Die Sternchen im Druck bezeichnendie Stellen, an denen die Handschrift Lücken gelassen, die späterausgefüllt werden sollten. Gleichwohl übertreffen die Be-schreibungen an Präcision und Anschaulichkeit allefrühem, und Tournefort 1 2 ) rühmt von Valerius Cordus : „indescribendis plantis omnium primus excelluit.“ Vieleder beschriebenen Pflanzen sind neue Entdeckungen, manche
1) Thalii sylva llercinica , als Anhang zu Joach. Camerarii hortusmtdicus et philosophicus , pag. 111 sq.
2) Tovrnefortii institutiones rei herbariae /, pag, 26.